Der Ehemann einer Münchner Geschäftsfrau soll versucht haben, seine Frau mit einem Pflanzengift zu töten, um an ihr Vermögen zu gelangen – doch die Rettung kam in letzter Sekunde durch einen unerwarteten Zeugen.
Lukas Hartmann saß in seinem Arbeitszimmer und starrte auf die vierte Mahnung binnen einer Stunde. 1. 720 Euro fällig, 14 Tage Verzug.
Seine Gesamtschulden waren auf über 600. 000 Euro angewachsen, weitere 12. 000 Euro hatte er in der vergangenen Nacht verspielt.
Seine Frau Victoria, erfolgreiche Inhaberin einer Kette exklusiver Pflegeeinrichtungen, ahnte nichts von dem Abgrund, in den er geraten war. Er führte ein Doppelleben mit geheimer Kreditkarte, zweitem Telefon und einem Netz aus Lügen.
Doch es gab noch eine zweite Belastung: Anna, eine junge Verkäuferin aus einer Münchner Modeboutique, die er vor drei Monaten kennengelernt hatte. Ihr hatte er eine Penthousewohnung und ein eigenes Geschäft versprochen – mit dem Geld seiner Frau. Was Anna nicht wusste: Lukas hatte Victoria vor sieben Jahren genau wegen ihres Vermögens geheiratet.
Ein Ehevertrag sicherte ihr gesamtes Unternehmen und ihre Immobilien. Doch dann entdeckte Lukas ihr Testament: Er war Alleinerbe.
Eine Woche lang recherchierte er im Internet über Gifte und deren Wirkung. Über einen Bekannten, einen Schädlingsbekämpfer, besorgte er sich ein Präparat gegen Ratten. Es war farblos, fast geschmacklos und löste sich in Flüssigkeit auf.
Es wirkte innerhalb einer Stunde und erzeugte Symptome, die wie eine schwere Lebensmittelvergiftung aussahen. Heute Abend wollte er zuschlagen.
Lukas lud Victoria in ihr Lieblingsrestaurant am Flussufer ein. Sie freute sich aufrichtig über die Einladung, trug ein elegantes Kleid in Dunkelblau. Beim Hauptgang, Filet vom Weiderind mit Steinpilzsauce und Rotwein aus dem Bordeaux, wartete Lukas auf seinen Moment.
Als Victoria sich die Hände wusch, kippte er den Inhalt eines kleinen Fläschchens in ihr Weinglas und schwenkte es kurz. „Auf uns“, sagte Victoria beim Zurückkommen und trank.
Nach 30 Minuten wurde sie blass, klagte über Schwindel und Übelkeit. Lukas bezahlte mit ihrer Karte und führte sie zum Auto. Doch statt in die Klinik bog er auf einen abgelegenen Waldweg im Forstenrieder Park ab.
„Ich habe dir Gift ins Glas geschüttet“, sagte er kalt. „Dir bleiben vielleicht noch 30 Minuten. “ Er riss sie aus dem Wagen, ließ sie auf dem feuchten Waldboden liegen und fuhr davon.
„Leb wohl, Victoria. Ich habe dich nie geliebt. “
Doch dann geschah das Unglaubliche. Ein schwarzer Geländewagen näherte sich. Victoria hob mit letzter Kraft die Hand.
Der Fahrer stoppte, sprang heraus und erkannte sie sofort: Maximilian Steiner, ihr größter Konkurrent im Geschäft, Inhaber einer Kette von Privatkliniken. „Sie sind vergiftet“, flüsterte sie. Er hob sie auf seine Arme, legte sie auf den Rücksitz und alarmierte seine Mutter, die renommierte Toxikologin Dr.
Elisabeth Steiner.
In der Privatklinik bestätigte die Blutanalyse eine Organophosphatverbindung – eine tödliche Dosis eines Schädlingsbekämpfungsmittels. „Wenn Sie sie zehn Minuten später gebracht hätten, wäre sie tot gewesen“, sagte Elisabeth Steiner. Die Magenspülung und das Gegengift wirkten.
Victoria überlebte. Maximilian ließ sie unter falschem Namen behandeln, damit Lukas nichts erfuhr. Er begann parallel, Nachforschungen über den Ehemann anzustellen.
Lukas saß derweil zu Hause, trank Whisky und schrieb seiner Geliebten: „Bald ist alles geregelt. “ Er ahnte nicht, dass seine Frau bereits wieder zu Kräften kam. Victoria machte Strafanzeige – noch in der Klinik.
Drei Tage später wurde Lukas Hartmann in seiner Wohnung festgenommen. Die Beamten fanden das leere Fläschchen, das zweite Handy und die Korrespondenz mit den Inkassobüros. Anna, seine Geliebte, brach bei der Vernehmung zusammen.
Vor dem Landgericht München saß Lukas mit gesenktem Kopf. Die Staatsanwältin sprach von versuchtem Mord aus Habgier. Victoria saß in der ersten Reihe, neben ihr Maximilian Steiner.
In ihrem Abschlussplädoyer sagte die Anklägerin: „Er hat seine Frau nicht nur betrogen, er hat sie zum Sterben in den Wald geworfen. Nur ein Zufall – und die Aufmerksamkeit eines aufrechten Mannes – hat sie gerettet. “
Das Urteil lautete auf zwölf Jahre Haft. Vor dem Gerichtsgebäude sagte Victoria zu den Reportern: „Ich danke dem Mann, der mir das Leben gerettet hat, aus tiefstem Herzen. “ Wochen später wurde bekannt, dass Victoria eine gemeinnützige Stiftung gründet – und dass sie und Maximilian Steiner, einst erbitterte Konkurrenten, nun ein Paar sind.
Die Boulevardpresse feierte das „Happy End nach dem Giftanschlag“. Lukas Hartmann wird noch lange Zeit haben, um über seine Fehler nachzudenken.

