RENATE BLUME: DDR-Star — und die Geschichte, die verborgen blieb

RENATE BLUME: DDR-Star — und die Geschichte, die verborgen blieb

Im Herbst 1988 kehrte ein vertrautes Gesicht ins DDR-Fernsehen zurück und erweckte Erinnerungen an vergangene Zeiten. Renate Blume, eine der bekanntesten Schauspielerinnen der DDR, trat in der Serie „Barfuß ins Bett“ auf und sorgte für ein Gefühl der Erleichterung bei den Zuschauern, die sie fast zwei Jahre lang vermisst hatten.

Die Rückkehr von Blume war nicht nur ein Comeback, sondern auch ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des DDR-Fernsehens. Seit 1964 war sie eine feste Größe in der Film- und Fernsehlandschaft, doch ihre plötzliche Abwesenheit bleibt bis heute ein Rätsel. Über 70 Produktionen in weniger als drei Jahrzehnten zeugen von ihrem Talent und ihrer Beliebtheit, die in einer Zeit, in der es nur wenige Kanäle gab, besonders auffällig war.

Blume, die 1981 mit dem Leninpreis ausgezeichnet wurde, war nicht nur eine Schauspielerin, sondern auch eine Symbolfigur für viele. Nach der Wende setzte sie ihre Karriere in ganz Deutschland fort und trat in zahlreichen Theaterstücken und TV-Produktionen auf. Doch was geschah in der Zeit zwischen ihrem Verschwinden und ihrer Rückkehr?

Diese Frage hat sie lange Zeit nicht beantwortet.

Ursprünglich aus Bad Wildungen stammend, zog ihre Familie nach Dresden, wo sie zunächst eine Tanzausbildung begann. Doch die Eltern hatten andere Pläne für sie, und so entschied sich Blume, Schauspielerin zu werden. Ihr Durchbruch kam 1964, als sie die Hauptrolle in Konrad Wolfs Verfilmung von „Der geteilte Himmel“ übernahm.

Plötzlich war sie der neue Star des DDR-Kinos.

In den folgenden Jahren erlangte sie große Bekanntheit. Ihre Rolle in der Serie „Die sieben Affären der Donja Juanita“ machte sie zum Gesprächsthema in vielen Wohnzimmern. Doch hinter den Kulissen gab es auch persönliche Herausforderungen.

Ihre Ehe mit dem Regisseur Frank Bayer endete 1975, und ihre nächsten Jahre blieben weitgehend im Verborgenen.

1981 heiratete sie den amerikanischen Schauspieler Dean Reed, dessen tragischer Tod 1986 viele Fragen aufwarf. Ein Brief, den Reed hinterließ, wurde von den Behörden einbehalten und erst Jahre später veröffentlicht. Der Inhalt bleibt umstritten und hat auch Blume in eine schwierige Lage gebracht.

Nach Reeds Tod zog sich Blume aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr Sohn Alexander berichtete später, dass sie in dieser Zeit einen Großteil ihrer Lebensfreude und ihren beruflichen Antrieb verloren hatte. Fast zwei Jahre lang war sie nicht mehr im Fernsehen zu sehen, bis sie 1988 mit neuer Energie zurückkehrte.

In „Barfuß ins Bett“ spielte sie die Rolle der Josi Schön, eine Figur, die das Publikum sofort wiedererkennen konnte. Ihre Rückkehr war ein emotionaler Moment, der viele Zuschauer berührte. Doch die Wende brachte für viele DDR-Schauspieler eine drastische Veränderung.

Während einige in der neuen Medienlandschaft verschwanden, fand Blume ihren Weg zurück auf die Bühne.

Ab 1992 trat sie wieder in großen Städten auf und bewies, dass sie nichts von ihrem Talent und ihrer Anziehungskraft verloren hatte. Ihre Auftritte bei den Störtebeker Festspielen und ihre spätere Arbeit am Berliner Kriminaltheater festigten ihren Platz in der deutschen Theater- und Filmgeschichte.

Heute, im Alter von 82 Jahren, lebt Renate Blume in Berlin und hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Ihre Geschichte ist eine von Verlust, Rückkehr und unermüdlichem Streben nach Kunst. Welche ihrer Rollen bleibt euch am meisten im Gedächtnis?

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