Älter als Göbekli Tepe? Archäologen entdecken rätselhafte Siedlung, die die Geschichte neu schreiben könnte

Jahrzehntelang galt die berühmte Stätte Göbekli Tepe in der heutigen Türkei als einer der frühesten Belege für monumentale Architektur der Menschheit. Doch eine neue Ausgrabung nahe der Stadt Şanlıurfa sorgt nun für Aufsehen. Die Fundstätte Çakmaktepe könnte Hinweise auf eine noch ältere Entwicklungsphase liefern – möglicherweise mehr als 1.000 Jahre vor den ersten bekannten Steinpfeilern von Göbekli Tepe.
Entdeckt wurde der Ort zunächst nicht von Wissenschaftlern, sondern durch illegale Grabungen. Als Archäologen die Stelle untersuchten, stießen sie auf bearbeitetes Kalkgestein, in den Fels gehauene Stufen und die Überreste eines großen ovalen Gebäudes. Besonders bemerkenswert waren 21 sorgfältig angelegte Pfostenlöcher im Boden.

Genau diese Löcher stehen nun im Mittelpunkt der Diskussion. Während Göbekli Tepe für seine gewaltigen T-förmigen Steinpfeiler bekannt ist, deuten die Funde von Çakmaktepe darauf hin, dass hier einst massive Holzkonstruktionen standen. Sollte sich diese Interpretation bestätigen, könnte die Stätte eine bisher fehlende Entwicklungsstufe zwischen einfachen Versammlungsplätzen und den monumentalen Steinbauten der Region darstellen.
Forscher vermuten, dass die Menschen zunächst Holz als Baumaterial nutzten und erst später auf Stein umstiegen. Das würde nicht bedeuten, dass Göbekli Tepe an Bedeutung verliert. Vielmehr könnte sich zeigen, dass die berühmte Anlage Teil einer längeren kulturellen Entwicklung war, deren Anfänge bislang verborgen blieben.
Noch sind viele Fragen offen. Doch bereits jetzt wirft Çakmaktepe eine faszinierende Frage auf: War Göbekli Tepe tatsächlich der Anfang – oder lediglich das sichtbarste Kapitel einer viel älteren Geschichte, die erst jetzt langsam ans Licht kommt?


