Am 1. Dezember 1946 verschwand die 18-jährige Kunststudentin Paula Jean Welden spurlos im Bennington Triangle im US-Bundesstaat Vermont. Bis heute gehört ihr Fall zu den rätselhaftesten Vermisstenfällen Amerikas – ein junges Leben, das an einem sonnigen Wintertag einfach ausgelöscht schien.

Paula Jean, eine aufgeweckte Brünette aus Connecticut, studierte am Bennington College. Sie war kreativ, wanderte gern und liebte die Natur. An diesem Sonntag, nach ihrer Schicht in der College-Mensa, zog sie Jeans, Turnschuhe und eine auffällig rote Jacke an und machte sich allein auf den Long Trail. Der berühmte Wanderweg führt durch dichte Wälder und über den mysteriösen Glastonbury Mountain. Zeugen sahen sie per Anhalter fahren und später auf dem Trail. Ein älteres Ehepaar bemerkte sie noch, wie sie um eine Wegbiegung verschwand. Danach war sie weg.
Als Paula am Abend nicht zurückkehrte, begann eine der größten Suchaktionen der Region. Über tausend Freiwillige, Flugzeuge, Bluthunde und sogar das FBI durchkämmten das Gebiet. Ihr Auto stand noch auf dem Parkplatz, ihre Kleidung, der Autoschlüssel und ein Portemonnaie mit Schecks lagen unberührt am Ausgangspunkt. Nichts deutete auf eine geplante Flucht hin. Die Temperaturen fielen in jener Nacht auf minus zwölf Grad, Schnee setzte ein. Dennoch blieb jede Spur aus.

Das Bennington Triangle – das Gebiet um den Glastonbury Mountain – hat seit Langem einen düsteren Ruf. Indianerstämme wie die Abenaki mieden den Berg wegen alter Legenden von Geistern und verschlingenden Felsen. Zwischen 1945 und 1950 verschwanden hier fünf Menschen, nur einer wurde tot gefunden. Paula war nicht die Einzige. Das Gebiet wird mit UFO-Sichtungen, Bigfoot-ähnlichen Wesen und plötzlichen Wetterumschwüngen in Verbindung gebracht.
Viele Theorien ranken sich um Paulas Schicksal. War es ein Unfall? Die erfahrene Wanderin könnte sich verirrt und erfroren sein. Oder ein Verbrechen? Ein Unbekannter mit Boot wurde gesehen, mit dem die jungen Frauen angeblich mitfuhren. Andere vermuten einen Zusammenhang mit kriminellen Kreisen oder sogar einem Serientäter. Eine besonders düstere Theorie führt zu illegalen Abtreibungen – doch Paula hatte keine bekannten Schwierigkeiten dieser Art. Bis heute gibt es keine Leiche, keine Kleidungsfetzen, keinen einzigen Hinweis.
Trotz riesiger Belohnung und jahrzehntelanger Nachforschungen blieb der Fall ungelöst. Paulas Verschwinden führte 1947 sogar zur Gründung der Vermont State Police. Ihre Familie litt jahrelang unter der Ungewissheit. Der Fall Paula Jean Welden steht symbolisch für die unheimliche Aura des Bennington Triangle – ein Ort, an dem Menschen einfach von der Erdoberfläche verschwinden können.
Fast achtzig Jahre später fragen sich Wanderer noch immer: Was geschah an jenem Dezembertag 1946 wirklich? War es ein tragischer Unfall, ein Verbrechen oder etwas, das sich jeder rationalen Erklärung entzieht? Das Bennington Triangle hütet sein Geheimnis bis heute.


