Mir sitze am Hochzietstag vo mim Sohn David bi de Eltere vo sinere Frau Jessica am Ässtisch, won ich still am Ändi hocke und mini Elböge achim Leib bi. D Jessica, im Siidekleid, seit vor allne mit…

Mir sitze am Hochzietstag vo mim Sohn David bi de Eltere vo sinere Frau Jessica am Ässtisch, won ich still am Ändi hocke und mini Elböge achim Leib bi. D Jessica, im Siidekleid, seit vor allne mit...

Dr Chrystallüschter über em Ässtisch het e warme, türe Glast uf e Bröötli und importierte Wii gwörfe. Mir hend de dritt Hochzietstag vo mim Sohn David und sinere Frau Jessica gfiiret, i ihrem Apartment in de Inneschtadt. Es isch es Ort gsi, wo nach türe Cherze und poliertem Hartholz gschmöckt het. Ich bin still am Ändi vom lange Tisch gsässe, ha mim Wasser gschlürft und de Eltere vo Jessica zueglost, wie si vo irem letzte Chüüztrip brüechet hend.

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Ich ha druf gachtet, dass mini Elböge achim Leib blibe, dass ich möglichscht wenig Platz ignoo ha. So het es d Jessica gärn gha. Si isch am Chopf vom Tisch gsässe, het i ihrem Siidekleid glitzeret und chli z lut über de Witz vo ihrem Vater gluegt. Ich ha si genau beobachtet.

Si het d Aagwoohnheit gha, mich wie en unbezahlte Praktikant z behandle, öpper, wo nume da isch, um de Platz z fülle oder d Butter wiitergräiche. Ihri Muetter het sich plötzlich zu mir dräit. “Also, Sylvia, wie isch d Pension? ” Het si gfragt.

“Du muesch ja jetzt so vill freii Zyt ha, wo du nüm schaffsch. ” Bevor ich antworte ha, isch d Jessica iigfalle, ihri Stimm voller süessem, herablassendem Ton. “Oh, d Muetter vom David macht hützutags nüm vil. Si hocket nume no i ihrem alte Huus umenand.

” Si het sich zrugglehnt, ihr Rotwii im Glas gschwenkt und d Auge uf mich grichtet, mit eme berechnende Funkle. Denn het si de Bombe usegloo, klar mit de Absicht, es als Witz uf mini Chöste z mache. “Wie fühlt sich das aa, nutzlos z si, Muetter? ”

De Tisch isch total still worde.

D Eltere vo Jessica hend uf iri Täller gluegt. De David het sich unbehaglich uf sim Stuehl bewegt und sich gruuscht, aber er het mich nöd verteidigt. Het er nie. E vertrauti Hitz isch i miner Brust ufgstige, aber ich han nöd gwyynt.

Ich han de Chopf nöd gsänkt. Stattdesse han ich mit de Linnenapie min Mund abgwüscht, si uf de Tisch gleit und de Jessica direkt i d Auge gluegt. Ich han glächelet. “Es fühlt sich mächtig aa,” han ich gantwortet, mini Stimm ruhig und klar.

“Will ich grad ufghört ha, öie Miet z zahle. ” De Gable vom David isch uf sis Porzellantäller knallt. D Farb isch us sim Gsicht gwichne. Er het mich aagstarrt, denn de Chopf zu sinere Frau dräit.

“Miet? Was für e Miet? ”

De Chopf vom Jessica isch abgange. Ihri sorgfältig manikürte Finger hend de Stiel vom Wiiiglas so fescht umklammert, dass ich dänkt ha, es würd zerspringe.

“Vo was redisch du? ” het de David verlangt, sini Stimm isch brüchig worde. Er het zwüsched üs hin und her gluegt. “Mir zahle üsi eigeni Miet.

D Jessica macht d Überwiisige jede Monet. ” Ich han mich im Stuehl zrugglehnt und mich plötzlich sehr wohl gfüehlt i dem schwäre Schwyge. “Vor zwee Johr isch dini Frau i mini Wohnig cho, i Tränen ufglöst,” han ich ruhig erklärt, ohni de Blickkontakt mit de Jessica z underbräche. “Si het mer gseit, dass dini neu Promotion nöd so vill zahlt, wie ihr beide so tue, und dass, wenn ihr i e chlinneri Wohnig zieht, ihri Eltere würded merke, dass ihr kämpfed.

Si het mich um en vorübergehende Chredit bettlet, 3000 Franke im Monet. ” D Jessica het versuecht, ihri Stimm wiederzfinge. “Du bisch verwirrt, Sylvia. Du wirsch alt.

Dis Gedächtnis spielt dir Streich. ” “Ich bi 65, Jessica, nöd senil,” han ich sanft korrigiert. “Ich ha Konto-Uuszüg, 72’000 Franke über 24 Monet. Si het mer versproche, es seg nume für eis Johr.

Denn het si ufghört, mini Aafrüef z beantworte, usser si het öppis bruucht, wie hüt z Nacht, wo si e warme Körper bruucht het, um de Tisch z fülle. ” “Du hesch mer gseit, du würsch s Budget mache,” het de David brüelt und isch ufgstande. Sin Stuehl isch mit eme harte Kratzer über de Bode gfahr. “Du hesch mer gseit, mini Bonus würd die Wohnig zahle.

” D Jessica isch zrugggwichne, de selbstbewussti Hohn vo vor drei Minute isch komplett verschwunde. “David, bitte. Ich han nume welle, dass mir erfolgriich usgseh. Für dich.

Für dini Karriere. ”

Ich bin nöd blibe, zum de Rest vom Spektakel aaluege. Ich han min Stuehl zrugggschobe, mini Handtasche ufghobe und bin ufgstande. “D Banküberwiisig isch hüt Morge storniert worde,” han ich de Rundi aakündet.

“Danke für s Bröötli. Es isch chli z lang brötlet gsi, aber d Unterhaltig isch spektakulär gsi. ” Ich bin us de Türe use, de Chlang vom Strit hend si de Gang abegschallt. Won ich i de chüele Nachtluft zu mim Auto cho bin, hend mini Händ nöd zitteret.

Zum erschte Mal sett zwee Johre han ich mich unheimlich liecht gfüehlt. Am nächste Morge bin ich vom Gsang vo de Vögel vor mim Fenschter ufgwacht. S Huus isch still gsi, friedlich und komplett mis. Ich bin i mini bschäideni Chuchi gange, ha e Chafi vo mim Lieblings-Black-Roast brüeht und bin am chline Holztisch gsässe.

Mis Telefon het um genau 8i agfange z vibriere. De Bildschirm het de Name vom David zeigt. Ich han es zwöi Mol lüüte lah, bevor ig abgno ha. “Mami.

Was zur Höll isch das gester gsi? ” het er brüelt. Sini Stimm isch heiser gsi, wie wenn er nöd gschlafe hätt. “Guete Morge, David,” han ich gantwortet und en langsame Schluck vo mim Chafi gnoo.

“Säg nöd guete Morge zu mir. Du hesch üs vor de Eltere vom Jessica demütigt. Du hetsch nöd chönne privat mit mir rede? Du hesch müesse üs bi em Ässe überfalle.

” “Ich han e Frog beantwortet,” han ich glatt erwideret. “Dini Frau het gfragt, wie ich mich fühle. Ich han ere gseit. D Wahrheit isch nume demütigend, wenn du e Lüge läbsch.

” Ich han es dumpfs Strite im Hindergrund ghört, und denn isch s Telefon entrisse worde. “Du bisch e bitteer, toxische Wyyb,” het d Jessica is Züg zischt. “Du hesch mir mini Hochzietstagsfeier verdorbe. Du hesch das mit Absicht gmacht, zum mini Ehe z zerstöre.

” “Ich han dich nöd zwunge, din Maa aazlüge, Jessica,” han ich erwideret und mini Tasse abgstellt. “Und ich han dich sicher nöd zwunge, mich bi dim Ässtisch z beleidigen. Handlige hend Konsequänze. ” “Du wirsch die Überwiisig jetz sofort wider aaschalte,” het si befoole, ihri Stimm isch vo wüetend zu verzwiiflet gwechselt.

“D Miet isch i vier Täg fällig. Mir hends nöd. Du schuldisch üs wenigschtens e Warnig. ” “Mini Warnig isch de Vertrag über eis Johr gsi, wo du vor 12 Monet ignoriert hesch,” han ich gseit.

“Viel Glück bim Usefinde. ” Bevor si en wiitere Schrei het chönne usegäh, han ich de rot Chnopf uf mim Bildschirm drückt. Ich bin i mini Iistellige und han bäidi Nummere vorübergehend blockiert. Ich han nöd welle, dass si mini Samschtig mit irem fabrizierte Notststand verbringet.

Ich han en Garte gha, wo gjäätet het welle. Bis Sunntig Namittag isch d Blockade abgloffe, aber ich han kei Aafrüef übercho. Ich bin im Wohnzimmer gsässe und ha Wösch zämmegfalte, wo e lut, aggressivs Chlopfe a mini Hustüre ghäbt het. Ich han dur s Guetloch gluegt.

De David und d Jessica hend uf mim Vorplatz gstande. De David het erschöpft usgseh. Sini Schultere sind abghange. D Jessica isch gross gstande, d Arm fescht vor de Brust verschränkt, i ere Designerjacke, wo meh kostet het als mis erschts Auto.

Ich han d Türe ufgmacht, aber mini Hand fescht uf em Griff lah. Ich bin nöd zruggtrette, zum si ine lah. “Mir müend rede,” het d Jessica verlangt und versuecht, an mir verbii z cho. Ich bin stah blibe und han de Iigang blockiert.

“Dir chönd vo de Veranda us rede. Was wend ihr? ” De David het gsüffzt und mit de Hand dur s Haar gfahr. “Mami, bitte.

Mir hend s ganze Wucheänd üsi Kontene durggange. Es isch schlimm. Mir hend kei Spargälter. Mir chönd d Miet am Zyschtig nöd zahle.

Mir bruuche nume no en Monet, zum en Plan mache. ” Ich han mich umdräit, bin zum chline Konsolentischli im Gang gange und han es abgnutzts Spiralheft ufghobe. Ich bin zrugg zur Türe und han es em David ggä. “Was isch das?

” het er gfragt und s Cover aagstarrt. “Mach es uf,” han ich aagwise. Er het es ufgschlage. Drinne, i saubere chronologische Reihe, isch jedi einzelni Überwiisig gstande, wo ich gmacht han.

Datum, Betrag und Bständigungsnummer. Näbedra sind Note gstande, wo ich vo de Social-Media-Posts vom Jessica usegschribe han. An dene gnauene Date: nöii Prada-Täsche, Wuchenändtrip nach Aspen, VIP-Konzerttickets. D Auge vom David sind über d Siite gwandered, si Atmig isch schwärer worde.

Er het ufgschaut zu de Jessica, denn ab uf d Jacke, wo si grad agha het. “Du hesch mer gseit, du hesch die Jacke im Schlussverchauf kauft,” het er gflüsteret. “David, si manipuliert dich,” het d Jessica gschnappt und mit eme manikürte Finger uf mich zeigt. “Si versuecht, üs z spalte, damit du uf iri Siite gasch.

” Ich han mich gege de Türpfoste glehnt. “D Mathematik manipuliert nöd, Jessica. Si zählt nume zäme. ” S Gsicht vom Jessica isch tüüf rot worde.

Won si gemerkt het, dass ire Maa uf de unbestrittbare Bewiis vo ihrem Usgabeverhalte gstarrt het, het si d Taktik gwechselt. Si het zum Machtspiel agsetzt. Si het i irere tüüre Lederhandtasche grabt, en glänzende Messingschlüssel usezoge und en uf s Holzgländer vo de Veranda knallt. “Guet,” het si brüelt.

“Wenn du so chliichlich und ununterstützend bisch, denn sind mir fertig. Erwartet nöd, dass mir cho üs nach dir luege. Erwartet nöd, dass mir für Thanksgiving cho. Du bisch uf dich gstellt, Sylvia.

” Si het de Arm vom David packt und en i Richtig Iifahrt gruckt. Er het no einisch zruggluegt, sis Gsicht e Mischig us Verrat und tufer Scham, bevor er sinere Frau zu ihrem Luxus-SUV gfolgt isch. Ich han en zuelueget, wie si evägefahre sind. Denn han ich de Ersatzschlüssel vom Gländer ufghobe.

Ich han en en Moment aluegt und über d Metallkante gstriche. D Jessica het dänkt, si würd mich bestrafe, indem si en zrugggitt, aber ich han si besser kennt als das. Si isch e Frau gsi, wo immer Ersatzplän gha het. 30 Minute später bin ich i de Hardware-Abteilig vom Baumarkt gstande.

Ich han zwöi schwäri Panzerriegel kauft. Won ich dehei acho bin, han ich de alte Werkzüügkoffer vo mim verstarbe Maa gnoo und han die nächschti Stund dezue bruucht, die alte Schlösser usezschraube und die nöie sälber izbaue. Es isch schwäri Arbet gsi, und mini Händ hend am End weh taa, aber de chnackigi, feschti Chlick vom nöie Riegel, wo iigschobe isch, het sich unglaublich befridigend agfüehlt. Am Obig han ich mir es eifachs Ässe us Brathüendli und Gmües gmacht.

Um 9i, won ich im Wohnzimmer e Dokufilm gluegt ha, han ich es schwachs Chlüterle vo Schlüssel vor miner Hustüre ghört. Denn de Chlang vo Metall, wo über Metall schabt. E Pause. Aggressivers Wriggle.

Ich bin nöd ufgstande. Ich han nume de Ton vom Fernseh ufdräit und glächelet, won d Tritt usse über d Verandastäge stampft sind. Zwöi Wuche sind vergange ohni es Wort vo mim Sohn oder sinere Frau. Ich han mini Täg dezue bruucht, s Lebe zruggzghole, wo ich still uf Iis gleit han.

Mit 3000 Franke, wo dä Monet uf mim Konto blibe sind, han ich endlich en Handwärcher agrüeft, zum s undichte Dach im Gaschtzimmer repariere, und han Premium-Erde für min Garte kauft. An eme Zyschtig Morge isch mini Fründin Brenda uf Chafi cho. D Brenda het jedi und alles i üsere Stadt gchännt, und si het sälte zruggghalte. “Hesch d Social Media vom Jessica gester gseh?

” het d Brenda gfragt und en Biss vo eme Blaubeer-Muffin gnoo. “Ich ha si gstummet,” han ich ehrlich gantwortet. “Wiso postet si wieder vage Zitat über toxischi Schwiegermüetter? ” het d Brenda gluegt.

“Nei, Schatz. Es isch komplett still. Aber das isch nöd de Saftig Teil. Mini Nichte schafft im Leasing-Büro vo dem schicke Gebäude, wo si wohned.

Si het mer gseit, si hend letschti Wuche en Drei-Täg-Zahle-oder-Uusziig-Notice übercho. ” Ich han innehaltet und mini Chafitasse i de Luft ghalte. Ich han en churze Stich i de Brust gfüehlt, de natürlich Instinkt von ere Muetter, wo ihres Chind wott schütze. Aber ich han en underdruckt.

De David isch 32 gsi. “Si hend au de Audi verlore,” het d Brenda lässig dezuegfüegt. “De Abschleppdienst isch mitten i de Nacht cho. Es stellt sich use, du chasch kei Autorechnung mit guete Vibes und eme falsche Bild zahle.

” Ich han langsam gnüecht und us em Chuchifenschter uf mini blüehjende Hortensie gluegt. S Huus vo Charte vom Jessica isch i Echtzit am Zämmefalle gsi, genau wie es het müesse. Spöter am Namittag het mis Telefon vibriert. Es isch e Text vom David gsi.

“Mami, ich weiss, du bisch bös, aber ich mües würkli mit dir rede. Nur du und ich. Bitte. ” Ich han lang uf de Bildschirm gluegt.

Ich bin nöd bös gsi. Ich bi nume fertig gsi, de Puffer für iri Fähler z si. Ich han e eifachi Antwort tippt. “Du chasch morn um 10i cho.

Ohni Jessica. ” De David isch pünktlich cho. Won ich d Türe ufgmacht ha, han ich en fast nöd erkennt. Weg ware die saubere, massgschneiderete Hämder und d arroganti Haltig.

Er het e verchnitterete, graue Pullover treit, und dunkli Ring sind under sine Auge ghange. Ich han en i d Chuchi gfüehrt und em e Tasse Grüntee igschänkt. Er isch am Tisch gsässe und het uf sini Händ gstarrt. “Mir müend am Friitig use,” het er gmurmlet und s Schwyge broche.

“De Vermieter verlängered de Vertrag nöd, und mir schulded en enormi Strofzahlig für de Bruch. D Chredit vom Jessica isch usgschöpft. Mini isch ruiniert. ” Ich han en Schluck vo mim Tee gnoo.

“Wo werd ihr hii? ” “Mir hend e chlini Einzimmerwohnig im Oste gfunde,” het er gseit, sini Stimm nume no e Flüster. “Aber si wend erschti, letschti Miet und e Kaution. ” “Mami, ich bruuche 5000 Franke.

Nume als Chredit. Ich schwör, ich zahle’s zrugg. ” Ich han min Sohn aluegt. De Bueb, wo ich ufzoge han, wo de ganz Summer Rasen gmäht het, zum sis eignigs Velo z chaufe, isch e Maa worde, wo sini verwitweti Muetter bettlet, ihn us eme Sumpf usezzieh, wo sini eigene Stolz gschaffe het.

“Nei, David,” han ich fescht gantwortet. Er het zuckt, wie wenn ich en gschlange hätt. “Mami, bitte. Mir schlafed i eme Motel.

” Ich han i de Ordner näbed mim Platzteller griffe und e druckts Blatt Papier über de Tisch gschobe. “Ich gii der keis Bargäld. Das isch en Budget-Planer. Er listet realistischi Uusgabe, Schulde-Tilgungs-Strategie und Läbensmittel-Limite uf.

Das isch, was ich der chas aa biete: Wüsse, kei Rettigsaktion. ” De David het s Papier aagstarrt. Sis Gsicht isch herter worde, de alt Stolz isch ufgflackert. “Ich bruuche kei Vortrag über Läbensmittel, Mami.

Ich bruuche Bargäld. ” “Denn muesch du zunere Bank ga,” han ich gantwortet und mini Stimm perfekt uf ere Linie ghalte. Er isch abrupt ufgstande und het de Tee stah lah. Er het s Papier nöd gnoo.

Er isch nume umdräit und use dur d Hustüre, het si hinder sich zuzoge. De Summer isch in e chnackige, goldige Herbscht überggange. Ich han s Gäld, wo ich zwöi Johr lang verblüetet han, dezue bruucht, endlich en 10-Täg-Trip an d Küschte vo Maine z bueche. Ich han Hummer gässe, Büecher am Meer gläse und jede Nacht volle acht Stund gschlafe.

Won ich zrugg cho bin, het d Stadtchuchi gsummt. D Brenda het mer über de Zaa gfüllt, won ich mini Roseböschi gschnitte han. De David und d Jessica sind offiziell i die ängi Wohnig im Oste zoge. De Übergang isch nöd graziös gsi.

Ohni d Luxuswohnig, d Designerchleider und s schicke Auto isch de Fründeskreis vom Jessica schnell verschwunde. Es het kei Hochzietstag-Abigesse meh mit Chrystallüschter ggä. Zum cope het d Jessica s Internet bruucht. Si het agfange, langi, dramatische Abschnitt uf Facebook z poste über finanzielle Missbrauch vo unterstützigslose Familieglieder, wo wend, dass si scheitere.

Si het sich als Märtyrerin dargstellt, wo über d Toxizität ufstigt. D Brenda het ein vo de Posts lut vorgläse und mit de Auge rollt. “Chasch du de Nerve vo dem Meitli glaube? ” Ich han nume glächelet und en töts Zwyg vo de Roseböschi gschnitte.

“Lah si tippe, Brenda. Wörter uf em Bildschirm zahled d Stromrächnig nöd. ” Ich han mich nüm bös gfüehlt. Ich han nöd s Gfüehl gha, mich vor öpperem müesse rechtfertige.

D Lüt, wo zellt hend, hend d Wahrheit gwüsst, und d Lüt, wo de Jessica glaubt hend, hend mir nüt bedütet. Mis Huus isch warm gsi, mini Rächnige zahlt und min Geist ruhig. Ich han mich zrugggholt, min Platz und mini Ressource. Ich bin nüm ufgschrocke, wenn s Telefon glüttet het, voller Angscht, was für en Notfall ich würd müesse finanziere.

Ich bin nüm de Extrascht im falsche, glamouröse Film vom Jessica gsi. Ich bin eifach d Regisseurin vo mim eigene, friedliche Lebe gsi. An eme chüele Zyschtig Namittag han ich im lokale Gmeinschaftszentrum volunteeret und d Bibliotheksregal organisiert, won ich d Türe höre cho chnacke. Ich han mich umdräit.

D Jessica isch im Türrahme gstande. Si isch hüt nöd i Designerchleider gsi. Si het eifachi Jeans und en überdimensionierte Pullover treit, und si isch vill chliner und vill weniger iischüchternd usgseh, als si je an irem Ässtisch usgseh het. Si isch zu mir cho und het d Arm defensiv verschränkt.

“Ich hoffe, du bisch zfriide,” het si gspuckt, aber ihri Stimm het ihri üblichi Galle nüm gha. “De David redt fast nüm mit mir. Er schafft Überstunde, chunt hei und goot schlafe. Mir hend nüt.

” Ich han en Stapel Hardcover uf e Wäge gleit. “Glückseligkeit isch kei Nullsummespil, Jessica. Ich han der nüt weggnoo. Ich han nume ufghört z gäh.

” Si isch nöcher cho, ihri Auge hend aagfange z träne. “Du hesch üses Lebe zerstört. Wenn du üs nume no e paar Monet ggä hätsch, hättemer es usegfunde. Du hesch welle, dass mini Ehe kaputt goot, wil du mich scho immer ghasst hesch.

” Ich han ufghört z bewege und han si aluegt. Ich han kei Mitleid gfüehlt, und ich han kei Wuet gfüehlt. Ich han nume dur si duregluegt. “Ich han dich nie ghasst,” han ich ruhig gseit.

“Aber du hesch e Lebe uf mini Pensionskasse ufbaut, und du hesch mer’s zahlt, indem du mich vor dinere Familie wie Abfall behandlet hesch. Du hesch dänkt, du hesch alli Charte i de Hand, wil du de David kontrolliert hesch. Du hesch vergässe, wäm sis Gäld d Lichter am Brenne ghalte het. ” “Ich wott en Entschuldigung,” het si verlangt, ihres Chinne zitteret, “für dass du mich demütigt hesch.

” Ich han mini Handtasche und mini Autoschlüssel vom Frontdesk ufghobe. Ich han mini Stimm nöd erhöht. Ich han nöd argumentiert. “Respekt wird verdient, Jessica.

Er wird nöd kauft, und er wird sicher nöd usegprüglet. ” Ich bin a ere verbii und han si allei zwüsched de staubige Büecherregal stah lah. Won ich zu mim Auto usegloffen bin, han ich nöd zruggluegt. Si het kei Macht meh über mich gha.

Es ganzes Johr isch vergange sett dem berüchtigte Hochzietstag-Abigässe. Mini Chuchi het nach Zimt und Öpfel gschmöckt. Ich han e chlins Träffe för mini Gartegruppe ggä. S Huus isch voll gsi mit echte Glächter, em Chlütterle vo günstige, aber haltbare Tasse, und Gschichte, wo kei Vorwand bruucht hend.

Nachdem d Fraue ggange sind, han ich d Abegflächte abgwüscht, wo d Türeglocke glüttet het. Ich han d Händ an eme Handtuech abgwüscht und d Türe ufgmacht. De David isch uf de Veranda gstande. Er het elter usgseh, müed, aber irgendwie geerdeter.

Er isch nöd im Aazug gsi. Er het en chline, töpftere Farn i de Hand ghalte. “Hey, Mami,” het er liecht gseit. “Hallo, David.

” Ich han d Fliegetüre ufgmacht, zum en ine lah. Er het de Farn uf de Chuchitisch gstellt. Mir sind gsässe, nume mir zwöi. Er het mer gseit, dass er und d Jessica sich trennt hend.

De finanzielli Druck het d Fassade broche, und drunter isch nöd vill gsi, wo si zämeghalte het. Er isch i e no chlinneri Studio-Wohnig zoge und zahlt sini Schulde langsam ab. “Ich han de Budget-Planer gfunde, wo du mer ggä hesch,” het er zueggäh und uf d Holzmaserig vom Tisch gluegt. “Ich bruuch ihn jetz endlich.

” “Es tuet mer leid, Mami. ” “Für alles. ” “Dass ich si ha lah, so mit dir rede, und dass ich dis Gäld gnoo ha. ” “Es tuet mer leid, dass du s uf di schweri Art ha muesch lehre,” han ich gantwortet.

Ich han en nöd umarmt und so taa, als wär alles magisch gfixt. Vertraue bruucht Zyt zum wider ufbaut werde. Aber es isch en Aafang gsi. Won de David e Stund spöter ggange isch, han ich de nöi Panzerriegel a miner Hustüre abgschlosse.

Ich han mich i mim stille, robuste Huus umgluegt. Ich han a d Frog vom Jessica denkt, die Nacht. “Wie fühlt es sich aa, nutzlos z si? ” Ich han glächelet und s Liecht im Gang abgschalte.

Es het sich nach Freiheit agfüehlt. Es het sich nach Friede agfüehlt. Es het sich absolut wunderbar agfüehlt.