Die Rauchsäule über Smolensk war schon von Weitem sichtbar, eine schwarze, träge Masse, die den östlichen Himmel verdunkelte und der Sonne einen krankhaften, rötlich-gelben Schein verlieh. Was sich am Horizont abzeichnete, war nicht nur eine Stadt im Krieg, sondern ein Inferno, das jede Vorstellung von Zerstörung übertraf. Martin Adler, ein junger deutscher Soldat, hielt seine Eindrücke in einem Tagebuch fest, das nun als Hörbuch vorliegt. Die Aufzeichnungen aus dem August 1941 schildern den Vormarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion und die unvorstellbaren Schrecken, die die Soldaten erwarteten.
Der Lärm der Stadt drang schon aus der Ferne an das Ohr der Männer. Ein vielstimmiges Tosen aus dem Krachen der Artillerie, dem Hämmern der Maschinengewehre und dem dumpfen, unaufhörlichen Grollen, das wie ein ewiges Gewitter über dem Land lag. In den seltenen Atempausen des Geschützfeuers war das Knistern und Prasseln der Brände zu hören, das wie das Atmen eines riesigen, gefräßigen Tieres herüberscholl. Smolensk brannte, die alte russische Stadt am Dnjepr, von der die Soldaten wussten, dass dort einst Napoleon vorübergezogen war, auf seinem Weg nach Moskau und auf seinem unseligen Rückzug.
Als die Einheit in die Außenbezirke der Stadt einrückte, bot sich den Männern ein Anblick, der jede Vorstellung von Zerstörung übertraf. Ganze Straßenzüge standen in Flammen, die Häuser waren ausgebrannte Skelette aus geschwärztem Mauerwerk, durch deren leere Fensterhöhlen der rote Schein der inneren Brände loderte. Die Hitze, die aus diesen brennenden Schluchten entgegenschlug, war so gewaltig, dass die Soldaten die Straßenseite wechseln mussten und die Gesichter mit den Händen schützten. Der Rauch hing dicht in den Gassen, so dass sie kaum die Hand vor Augen sahen, husteten und würgten und ihnen die Tränen über die rußigen Wangen liefen.
Überall lagen Trümmer, geborstene Mauern, umgestürzte Fuhrwerke, ausgebrannte Fahrzeuge. Und zwischen den Trümmern lagen die Toten, deutsche und russische Soldaten und zuweilen auch Zivilisten, alte Menschen, die nicht mehr hatten fliehen können. Die Männer wandten den Blick ab und konnten ihn doch nicht abwenden, denn der Schrecken übte eine furchtbare Anziehung aus, die sie nicht zu überwinden vermochten. Sie wurden vorgezogen durch diese Hölle, immer tiefer in die Stadt hinein, vorbei an Stellungen eigener Truppen, die sich in den Trümmern verschanzt hatten, vorbei an Geschützen, die in kurzen Abständen feuerten.
Leutnant Becker führte die Männer mit gezogener Pistole, sein Gesicht eine starre Maske, in der die Anstrengung zu lesen war, die es ihn kostete, die Fassung zu bewahren. Feldwebel Weiß ging dicht hinter ihnen und trieb die Nachzügler an, hielt die Truppe zusammen. Immer wieder rief er einzelne Namen, prüfte, ob noch alle da waren, denn in diesem Chaos aus Rauch, Lärm und Feuer war es ein Leichtes, den Anschluss zu verlieren und sich in den brennenden Gassen zu verirren, aus denen es vielleicht kein Zurück gab.
Adler hielt sich dicht an seinen Kameraden Otto, und sie wechselten kein Wort, denn es gab keine Worte für das, was sie sahen. Sie marschierten weiter in die brennende Stadt hinein, dem Lärm des Gefechts entgegen, das irgendwo vor ihnen im Herzen von Smolensk tobte. Die Angst stieg in ihm auf, eine kalte, würgende Angst, die ihm die Kehle zuschnürte, denn er ahnte, dass sie dort, wo das Feuer am dichtesten war, etwas erwartete, das schlimmer war als alles, was sie bisher durchgemacht hatten. Der Häuserkampf, von dem die alten Soldaten mit gesenkter Stimme sprachen, die furchtbarste Art des Krieges.
Was dann kam, hat sich den Überlebenden eingebrannt in einer Weise, die kein Vergessen kennt. Der Häuserkampf, die grausamste Form des Krieges, wurde zur bitteren Erfahrung. In den Trümmern einer Stadt verliert der Krieg jene letzte Ordnung, die ihm im offenen Feld noch eigen ist, und wird zu einem Gemetzel auf engstem Raum, Mann gegen Mann, Haus gegen Haus, Zimmer gegen Zimmer. Der Tod lauert hinter jeder Mauer, in jedem Fenster, in jedem Kellerloch, und man erblickt den Feind oft erst, wenn es bereits zu spät ist.
Die Soldaten kämpften sich vor durch eine Straße, deren Häuser teils noch standen und teils in Trümmern lagen. Der Feind hatte sich in den oberen Stockwerken und in den Kellern eingenistet und feuerte aus dem Hinterhalt. Sie konnten nicht sehen, woher die Schüsse kamen, hörten nur das peitschende Krachen und das Klatschen der Einschläge in das Mauerwerk um sie herum. Sie warfen sich in Hauseingänge und hinter Trümmerhaufen und feuerten zurück auf Fenster, in denen sie einen Schatten zu erkennen glaubten, oft ohne zu wissen, ob sie trafen oder ins Leere schossen.
Erich Vogt hatte sein Maschinengewehr in einem Hauseingang in Stellung gebracht und hielt die Fenster der gegenüberliegenden Häuser unter Feuer, so dass die anderen unter seinem Schutz vorrücken konnten. Das Hämmern der Waffe, das Rasseln der Gurte, der beißende Pulverqualm, alles vermischte sich zu einem einzigen Rausch des Schreckens, in dem kaum noch gedacht wurde, sondern nur noch gehandelt, wie ein Tier handelt, das um sein Leben kämpft. Sie nahmen ein Haus, sprengten die Tür auf und warfen Handgranaten in die Räume, stürmten dann hinein in den Rauch und den Staub.

Eine Szene in jenem Haus sucht Adler noch in seinen Träumen heim. Ein junger russischer Soldat, der hinter einem umgestürzten Schrank kauerte und auf ihn zielte. Adler sah ihn eine Sekunde, ehe der Russe ihn sah, und drückte ab, ehe dieser es tat. Der junge Soldat fiel zurück gegen die Wand und rutschte langsam zu Boden. Sein Gesicht, das ihm in jenem Augenblick zugewandt war, das Gesicht eines Jungen, kaum älter als er selbst, mit weit aufgerissenen Augen, voll Erstaunen und Schmerz, dieses Gesicht hat ihn seither nicht mehr verlassen.
Adler hatte zuvor wohl Menschen getötet in dem blinden Feuern an der Brücke, in dem wirren Gefecht. Doch nie hatte er einem Menschen ins Gesicht gesehen, während er ihn tötete. Nie hatte er diesen einen bestimmten Menschen aus der Nähe erblickt, sein Leben und sein Sterben. Er stand über ihm und konnte sich nicht rühren, bis Otto ihn am Arm packte und weiter zerrte, denn es war keine Zeit, und der Kampf ging weiter, von Raum zu Raum, von Haus zu Haus. Er folgte ihm wie ein Schlafwandler, und in ihm war etwas zerbrochen, das er nie wieder ganz fügen sollte.
Den ganzen Tag und bis tief in die Nacht hinein währte dieser Kampf, und sie gewannen Meter um Meter, Haus um Haus. Der Preis war furchtbar, denn aus ihrem Zug fielen an jenem Tag mehr Männer als in allen Gefechten zuvor zusammen. Adler sah Kameraden fallen, die er gekannt und lieb gewonnen hatte, sah sie stürzen in den Trümmern und liegen bleiben. Es gab keine Zeit, um sie zu trauern, keine Zeit, um auch nur inne zu halten, denn der Befehl trieb sie vorwärts, immer vorwärts durch das Feuer und den Rauch und das Sterben.
Feldwebel Weiß kämpfte unter ihnen wie ein Löwe und war doch überall zugleich, riss die Zögernden mit, deckte die Verwundeten, gab Befehle mit jener kalten, klaren Stimme, die selbst in diesem Inferno nicht versagte. Adler begriff in jener Nacht, dass dieser Mann es war, der sie am Leben hielt, der aus einem Haufen verängstigter Jungen eine kämpfende Truppe machte. Er hängte sich an ihn wie an einen Fels in der Brandung.
Gegen Morgen, als das erste graue Licht durch den Rauch zu dringen begann, hatten sie ihren Abschnitt der Stadt genommen. Sie kauerten erschöpft in einem ausgebrannten Haus, schwarz von Ruß, taub dem Lärm, leer im Inneren wie ausgebrannte Hülsen. Keiner sprach. Adler saß an eine Wand gelehnt und starrte vor sich hin und sah immer wieder das Gesicht des jungen Russen. Er fragte sich, was aus ihm geworden war in dieser einen Nacht.
Als das Gefecht in ihrem Abschnitt verstummt war und nur noch in der Ferne am anderen Ende der Stadt das Grollen weiterklang, begann jene andere, stille Arbeit, die dem Kampf folgte wie der Schatten dem Licht: das Bergen und Versorgen der Verwundeten. Adler wurde mit anderen abkommandiert, um Josef Lindner zur Hand zu gehen, denn der Sanitäter allein vermochte die Menge der Verletzten nicht zu bewältigen. So lernte er an jenem Morgen eine Seite des Krieges kennen, die ihm bis dahin verborgen geblieben war.
Das lange, schwere Leiden derer, die der Tod nicht sogleich genommen hatte, sondern die zwischen Leben und Sterben dahinschwebten, oft stundenlang in einer Qual, die zu lindern in ihrer Macht nur wenig stand. Sie trugen die Verwundeten zusammen aus den Trümmern, aus den Kellern, aus den Hauseingängen, in denen sie sich verkrochen hatten, und legten sie nebeneinander in einem halbwegs erhaltenen Gebäude, das Lindner zum Verbandplatz bestimmt hatte. Adler sah Wunden, von denen er nicht gewusst hatte, dass ein menschlicher Körper sie ertragen und dabei noch leben konnte.

Zerschmetterte Glieder, aufgerissene Leiber, Gesichter, die keine Gesichter mehr waren. Das Stöhnen und Wimmern und zuweilen das gellende Schreien dieser Männer erfüllte den Raum und drang ihm bis ins Mark. Er biss die Zähne zusammen und tat, was zu tun war, hielt die Verbände, reichte das Wasser, hielt die Hände derer, die nach einer Hand verlangten. Josef Lindner arbeitete in jenen Stunden mit einer Ruhe und einer Geschicklichkeit, die wie ein Wunder erschien, denn er war kein ausgebildeter Arzt, sondern nur ein einfacher Sanitäter, ein stiller, sanfter Mensch.
Lindner verband und schiente und stillte das Blut mit Händen, die nicht zitterten, und sprach dabei unablässig mit leiser, beruhigender Stimme zu den Verwundeten, nannte sie bei Namen, log ihnen vor, dass es nicht so schlimm sei, dass sie durchkommen würden, dass sie bald nach Hause führen. Seine Worte waren oft das Letzte, was ein Sterbender hörte, eine sanfte Lüge, die ihm den Übergang erleichterte. Einmal kniete Adler neben ihm bei einem Mann, dessen Leib so zerrissen war, dass selbst er in seiner Unkenntnis erkannte, dass keine Hoffnung mehr war.
Lindner gab ihm eine Spritze gegen den Schmerz und hielt seine Hand und redete ihm zu. Später fragte Adler ihn, wie er das ertrage, Tag um Tag. Lindner sah ihn an mit seinen müden, traurigen Augen und sagte, er ertrage es nicht. Er tue es nur. Und das sei nicht dasselbe. Diese Antwort hat Adler nie vergessen, denn sie enthielt eine Wahrheit über sie alle in jenem Krieg, dass sie vieles nicht ertrugen und dennoch taten.
Unter den Verwundeten war auch ein Mann aus ihrem eigenen Zug, ein junger Bursche namens Hennig, mit dem Adler manche Nacht Wache geteilt hatte. Ein Granatsplitter hatte ihm den Bauch aufgerissen, und er lag da kreideweiß, mit gebrochenen Augen, und hielt mit beiden Händen die Wunde, aus der sein Leben rann. Er erkannte Adler und rief seinen Namen. Adler kniete bei ihm nieder und nahm seine kalte Hand, und Hennig bat ihn, seiner Mutter zu schreiben, wenn er es nicht überstehe.
Hennig sagte ihm die Adresse vor, eine kleine Straße in einer Stadt in Thüringen, und Adler wiederholte sie immer wieder, damit er sehe, dass er sie behielt. Hennig nickte und schloss die Augen und starb eine Stunde später, ruhig, ohne ein weiteres Wort. Adler hat seiner Mutter geschrieben, Wochen danach, als sie wieder zur Ruhe kamen, einen kurzen, ungeschickten Brief, in dem er log, dass ihr Sohn schnell und ohne Schmerzen gefallen sei. Es war seine erste solche Lüge, doch nicht seine letzte.
Er lernte, dass es eine Pflicht der Lebenden ist, den Toten in den Augen ihrer Liebsten einen guten Tod zu schenken, gleich viel, wie schwer der wirkliche gewesen war. In den Tagen, die auf die Eroberung ihres Stadtabschnitts folgten, lag eine merkwürdige Leere über ihnen. Eine Erschöpfung, die tiefer ging als die bloße Müdigkeit des Körpers. Sie hatten gesiegt, so hieß es, die Stadt war genommen oder doch beinahe genommen, und der große Kessel von Smolensk hatte dem Feind ungeheure Verluste zugefügt.
Doch in Adler und, wie er an den Gesichtern der anderen erkannte, auch in ihnen war von Siegesfreude nichts zu spüren, sondern nur eine dumpfe, ausgebrannte Stumpfheit, als hätte der Kampf nicht nur den Leib, sondern auch die Seele leer geschöpft. Sie hatten Quartier bezogen in einem der wenigen unversehrt gebliebenen Häuser am Rande der Stadt und lagen herum in den Räumen, schliefen, aßen, putzten die Waffen mit mechanischen Bewegungen und sprachen wenig. Wenn sie sprachen, dann über belanglose Dinge, über das Essen, über das Wetter, niemals über das, was sie durchgemacht hatten.

Adler saß oft am Fenster und blickte hinaus auf die rauchende Stadt, über der noch immer die schwarze Wolke hing. Er versuchte zu begreifen, was geschehen war, versuchte, den jungen Russen aus seinem Gedächtnis zu verbannen, dessen Gesicht ihn verfolgte. Es gelang ihm nicht, und er begriff, dass es ihm nie mehr ganz gelingen würde. Feldwebel Weiß bemerkte wohl, wie es um sie stand, denn er war ein Menschenkenner, der wusste, dass ein Soldat nach einem solchen Gefecht eine Zeit braucht, um wieder zu sich zu finden.
Er ließ sie gewähren in jenen Tagen, drängte sie nicht, verlangte nur das Notwendigste. Einmal, als er Adler am Fenster sitzen und in die Ferne starren sah, setzte er sich zu ihm und reichte ihm eine Zigarette. Obwohl Adler sonst nicht rauchte, nahm er sie und rauchte sie mit ihm. Weiß sagte nach einer Weile, ohne ihn anzusehen, dass das erste Mal das Schwerste sei, dass man nie darüber hinwegkomme, aber dass man lerne, damit zu leben, dass man es in sich verschließe, wie in einer Kammer, deren Tür man nur selten öffne.
Er sagte, dass dies das Einzige sei, was ein Mensch tun könne, um nicht daran zu zerbrechen. Adler fragte ihn, ob es ihm auch so gegangen sei beim ersten Mal. Weiß schwieg lange und sagte dann nur, dass er nicht mehr wisse, wann sein erstes Mal gewesen sei. In diesem Schweigen und dieser knappen Antwort lag eine ganze Geschichte von Jahren des Tötens und Überlebens, die Adler erschauern ließ und die ihm zugleich zeigte, was aus einem Menschen werden konnte, wenn der Krieg lange genug an ihm zerrte.
Otto saß in jenen Tagen viel bei Adler, und sie fanden Trost in der bloßen Gegenwart des anderen, denn es bedurfte zwischen ihnen keiner Worte mehr. Sie hatten dasselbe gesehen, dasselbe getan, dasselbe gelitten, und diese geteilte Last war es, die sie enger zusammenschweißte, als alle Worte es vermocht hätten. Adler begriff in jenen Tagen, was Kameradschaft im tiefsten Sinne bedeutet, dass sie nämlich nicht in den fröhlichen Stunden entsteht, sondern in den dunklen, dass zwei Menschen, die gemeinsam durch die Hölle gegangen sind, einander gehören auf eine Weise, die kein anderes Band der Welt zu knüpfen vermag.
Am Abend des dritten Tages kam der Befehl, dass sie am Morgen weiterziehen würden, fort aus Smolensk, weiter nach Osten. Obwohl ihnen dies neue Strapazen und neue Gefahren verhieß, empfand Adler beinahe etwas wie Erleichterung, denn diese tote, brennende Stadt mit ihren Trümmern und ihren Toten lastete auf ihm wie ein Albdruck. Er sehnte sich danach, sie hinter sich zu lassen, als könnte er mit ihr auch die Erinnerung zurücklassen, was er freilich nicht konnte, denn die Erinnerung trägt man mit sich, gleich wie weit man auch geht.
Smolensk zog mit ihm, ein Schatten unter den Schatten, die er von nun an für immer mit sich trug. In seinem Tagebuch notierte er am 2. August 1941: Wir verlassen Smolensk morgen früh. Ich schreibe das und ich spüre etwas wie Erleichterung und zugleich schäme ich mich dafür, denn so viele bleiben hier, die nicht mehr weitergehen können. Aus unserem Zug sind in diesen Tagen mehr gefallen als seit Beginn. Hennig ist tot. Er starb in meinen Armen und bat mich, seiner Mutter zu schreiben. Ich habe mir die Anschrift gemerkt, eine Straße in Thüringen, und ich sage sie mir jeden Abend vor, damit ich sie nicht vergesse. Ich werde schreiben, dass er schnell gestorben ist und ohne Schmerzen. Es ist nicht wahr, aber Lindner sagt, manche Lügen sind eine Pflicht, und ich glaube, er hat recht.
Ich habe in einem Haus einen Mann erschossen, einen jungen Burschen, kaum älter als ich. Ich habe sein Gesicht gesehen, ehe er fiel. Ich sehe es immer noch. Ich weiß nicht, wie ich darüber schreiben soll. Weiß sagt, das erste Mal sei das Schwerste und man komme nie darüber hinweg. Man lerne nur, es in sich zu verschließen. Ich versuche es. Es gelingt mir nicht. Bin ich noch derselbe Mensch, der im Juni über die Grenze ging? Ich glaube nicht. Etwas ist in mir zerbrochen und wächst nicht wieder zusammen. Otto ist bei mir und das ist das einzige, was zählt. Wir sprechen nicht über diese Dinge, aber wir wissen voneinander. Das genügt. Morgen geht es weiter nach Osten. Immer weiter nach Osten. Wo ist das Ende, Martin?

