**Das ungelöste Rätsel von Redfield: Warum musste die 17-jährige Mattie Hackett sterben?**
17. August 1905, Redfield, Maine. Ein warmer Sommerabend auf der Farm der angesehenen Hackett-Familie endet in einem Albtraum. Die 17-jährige Mattie Hackett, eine fleißige, lebensfrohe und beliebte junge Frau mit dunkelblondem Haar und tiefbraunen Augen, wird nur wenige hundert Schritte vom elterlichen Haus entfernt brutal ermordet. Bis heute, fast 120 Jahre später, bleibt der Fall eines der rätselhaftesten ungelösten Verbrechen in der Geschichte des Bundesstaates.
Mattie war die zweitälteste Tochter einer wohlhabenden und hilfsbereiten Farmerfamilie. Sie hatte als Verkäuferin in Lewiston gearbeitet und war kürzlich als Kellnerin ins Hotel Elmwood in Redfield zurückgekehrt. Sie war mit einem Mann aus Boston verlobt und träumte von einem neuen Leben fernab des Landalltags. An jenem Abend blieb sie allein zu Hause, während der Rest der Familie Nachbarn besuchte. Ihr Vater Levi kehrte gegen 19:30 Uhr von den Feldern zurück. Ein fremder Landstreicher namens „Mr. Johnson“, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war, bat um Essen und Unterkunft. Mattie bereitete ihm eine Mahlzeit zu, während Vater und Fremder in der Scheune arbeiteten.
Nur Minuten später hörten die Männer verzweifelte Schreie und ein gurgelndes Geräusch von der nahen Straße. Levi Hackett fand seine Tochter im Straßengraben – bewusstlos, mit einer tiefen Stirnwunde und einer fest verknoteten Schnur um den Hals, die fast unsichtbar im Fleisch eingeschnitten war. Trotz aller Bemühungen starb Mattie wenige Minuten später. Der Todeszeitpunkt wurde auf etwa 20:07 Uhr festgelegt. Raub war ausgeschlossen – Uhr und Ring trug sie noch.

Die Ermittlungen konzentrierten sich zunächst auf Landstreicher, brachten aber keine Ergebnisse. Dann richtete sich der Verdacht auf Elsie Raymond, die hochschwangere Frau des Hotel-Fahrers Bird Raymond. Bird hatte Mattie und ihre Schwester mehrmals nach Hause gefahren. Gerüchte sprachen von Eifersucht. Zeugen berichteten, Elsie habe das Haus am Abend verlassen und sei später aufgelöst zurückgekehrt. 1912 kam es zum Prozess. Die Anklage argumentierte mit vorübergehender Unzurechnungsfähigkeit durch die Schwangerschaft. Doch die Geschworenen sprachen Elsie nach nur zwei Stunden frei – die Beweise, darunter Fußabdrücke einer deutlich größeren Schuhgröße, reichten nicht aus.
1913 gestand ein gewisser Richard F. Danunbar zusammen mit zwei Komplizen die Tat, doch die Behörden gingen dem nicht weiter nach. Der Fall wurde kalt. Die Familie Hackett trug ihre Trauer ein Leben lang mit sich. Mattie Hackett wurde ihrer Zukunft beraubt – einer Zukunft voller Hoffnung und Pläne.

Bis heute gibt es keine Gewissheit. War es ein zurückgewiesener Verehrer? Eine eifersüchtige Ehefrau? Oder ein zufälliger Landstreicher? Die kleine Gemeinde Redfield hat die Erinnerung an die freundliche, ehrgeizige Mattie nie verloren. Ihr grausamer Tod bleibt ein dunkles Kapitel in der ruhigen ländlichen Idylle Maines – ein Mahnmal dafür, wie schnell Unschuld und Hoffnung in Gewalt enden können. Gerechtigkeit blieb Mattie Hackett versagt.


