Der Sand hat sich in den Verschluss gefressen, die Mechanik klemmt, und während ich auf dem Bauch hinter einer Steinaufschüttung liege, den Riegel zurückreiße, wird mir klar, dass die Wochenschau gelogen hat. Was ich in den Kinos in Deutschland gesehen habe, diese sauberen, heroischen Bilder von vorrückenden Kolonnen und lächelnden Soldaten, hat nichts mit der Realität zu tun, die mich hier umgibt. Ich blase in die Mechanik, spucke nach, wische mit dem Daumen über die Schienen, und das Gewehr funktioniert wieder, aber nur für den Moment. Neben mir liegt Brügmann am Maschinengewehr, einem 34er, das Stativ tief in den Kies gedrückt, ein Lappen um den Verschlussdeckel gewickelt, um den Sand für eine Weile draußen zu halten. Nicht lange, denn der Sand ist überall, in jeder Ritze, in jedem Gelenk, und er wird uns immer wieder einholen.
Vor uns liegt offenes Gelände, leicht abfallend, vielleicht 800 Meter bis zur nächsten Bodenwelle, und der Unteroffizier kriecht von hinten heran, den Kopf unter dem Stahlhelmrand eingezogen. Er sagt, britische Aufklärung sei gemeldet worden, zwei Kilometer westlich, Schützenpanzer und Infanterie, und wir sollen Feuerbereitschaft halten und nicht schießen, bevor er den Befehl gibt. Ich kontrolliere mein Magazin, fünf Stück, je fünf Schuss im Brotbeutel und an der Patronentasche, der Karabiner liegt im Anschlag, der Lauf auf einem flachen Stein als Auflage. Die Sonne steht hoch, die Luft über dem Boden flimmert, und durch dieses Flimmern bewegen sich etwa 600 Meter entfernt kleine dunkle Punkte, Fußsoldaten in einer Linie, die sich auflöst und wieder formiert, je nachdem, wie das Gelände es zulässt. Der Unteroffizier hebt die Hand, niemand bewegt sich, und ich zähle die Punkte, komme auf etwa 20 Mann, dahinter weiter zurück zwei gepanzerte Fahrzeuge, die sich langsam vorwärts bewegen, mit kurzen Stops zur Beobachtung.
Brügmann atmet flach neben mir, die Hand am Abzug des 34ers, der Finger noch außerhalb des Bügels, und auf 200 Meter eröffnet der Unteroffizier das Feuer mit seiner Maschinenpistole. Das ist das Zeichen, Brügmann drückt ab, eine kurze Garbe, fünf, sechs Schuss, dann eine Pause, dann die nächste Gabe, und ich ziele auf eine der Gestalten, die sich gerade hinwirft, korrigiere die Visierung leicht nach links, drücke ab. Der Rückstoß schlägt in die Schulter, und ich kann nicht sagen, ob ich getroffen habe, die Gestalt bleibt liegen, bewegt sich aber noch, robbt seitwärts in eine flache Mulde. Die britische Linie erwidert das Feuer sofort, Einschläge schlagen links von uns ein, etwa 15 Meter entfernt, Splitter und Steinbrocken fliegen hoch, und ich presse den Kopf tiefer hinter die Auflage. Brügmann feuert weiter, kurze Stöße dazwischen, das metallische Klacken, wenn er den Gurt nachzieht, und nach etwa 30 Schuss klemmt das Gewehr, er reißt den Verschluss auf, Sand rieselt heraus, er flucht, schlägt mit der Handkante gegen das Gehäuse, zieht den Riegel erneut, und während dieser zehn, fünfzehn Sekunden bin ich allein verantwortlich für unseren Frontabschnitt.
Ich feuere drei Schuss in schneller Folge auf die Mulde, in der die getroffene Gestalt liegt, und der Unteroffizier ruft, dass die gepanzerten Fahrzeuge sich nähern, geschätzte Entfernung 400 Meter. Wir haben kein Pakgeschütz in diesem Abschnitt, die einzige Waffe gegen diese Fahrzeuge ist eine Panzerbüchse, die zwei Stellungen weiter liegt, bedient von einem Mann namens Adler, und der Unteroffizier brüllt ihm den Befehl zu, das Feuer auf das vordere Fahrzeug zu konzentrieren. Brügmann hat das Gewehr wieder feuerbereit, schwenkt es auf die Infanterie, die jetzt versucht, im Schutz der Fahrzeuge weiter vorzurücken, und ich lade nach, fünf neue Patronen in das Magazin, ein Vorgang, der vielleicht acht Sekunden dauert, in denen ich nichts anderes tun kann. Adler eröffnet das Feuer mit der Panzerbüchse, ein lauter, harter Knall, anders als das Maschinengewehrfeuer, beide Schüsse treffen die Frontpanzerung, prallen aber wirkungslos ab, und ich sehe den Funkenschlag von hier aus. Gegen diese Panzerung ist die Büchse so gut wie nutzlos, das wissen wir alle, aber sie ist das einzige, was wir haben, und die Fahrzeuge bleiben stehen, etwa 300 Meter vor unserer Linie, und eröffnen das Feuer mit ihren Bordwaffen.
Die Geschosse schlagen in einer Reihe vor uns ein, näher als die Artillerie vorher, der Abstand zwischen den Einschlägen beträgt kaum drei Meter, und ich werfe mich flach in eine Senke rechts von meiner ursprünglichen Position, Steine und Erde prasseln auf meinen Rücken. Brügmann schreit etwas, ich verstehe es nicht, das Ohr pfeift von der Druckwelle eines nahen Einschlags, und als ich wieder hochsehe, ist die Infanterielinie der Briten näher gekommen, jetzt vielleicht 350 Meter, im Schutz der Fahrzeuge vorrückend. Ich ziele erneut, feuere, lade nach, feuere, drei Magazine sind jetzt verbraucht, und Brügmann hat das Gewehr wieder in Stellung, feuert in kurzen kontrollierten Stößen auf die vorrückenden Gestalten, zwei von ihnen fallen, einer bleibt liegen, der andere kriecht zurück in eine Mulde. Der Unteroffizier ruft nach Verstärkung von der Nachbargruppe und nach einer Meldung an die rückwärtige Artillerie, ein Melder rennt gebückt los, und ich beobachte, wie eines der Fahrzeuge seine Position wechselt, näher kommt auf etwa 250 Meter. Wenige Sekunden später schlägt eine angeforderte Granate unserer eigenen Feldartillerie knapp neben dem Fahrzeug ein, die Druckwelle wirft es leicht zur Seite, aus dem Fahrzeug steigt Rauch auf, es bleibt stehen, und die Besatzung springt heraus, läuft gebückt in Richtung der eigenen Linie.
Brügmann nimmt die laufenden Gestalten ins Visier, feuert eine lange Garbe, zwei der Männer fallen, einer erreicht eine Deckung, und das zweite Fahrzeug zieht sich zurück, langsam unter dem Schutz von Rauchgranaten, die jetzt vor der britischen Linie aufsteigen, dichte weiße Wolken, die die Sicht komplett blockieren. Der Unteroffizier befiehlt, das Feuer einzustellen, um Munition zu sparen, solange die Sicht blockiert ist, und wir warten, ich nutze die Pause, um mein letztes Magazin zu füllen, Patrone für Patrone aus der Tasche, die Finger zittern leicht, nicht aus Angst, eher aus der Anspannung der letzten Minuten. Brügmann wechselt den Gurt am Maschinengewehr, prüft den Lauf auf Überhitzung, gießt einen kleinen Schluck Wasser aus seiner Flasche über das Metallgehäuse, was sofort verdampft, und als der Rauch sich teilweise lichtet, etwa zehn Minuten später, ist die britische Infanterie nicht mehr in Sicht. Nur das beschädigte Fahrzeug steht noch dort, immer noch leicht rauchend, und der Unteroffizier meldet über Funk die Lageänderung an die Kompanie, wir bleiben in Stellung, Feuerbereitschaft für den Fall eines erneuten Vorstoßes. Eine Stunde später kommt der Befehl, die Stellung zu wechseln, etwa 300 Meter nach Norden zu einer Position mit besserer Feuerüberdeckung über eine Geländesenke, durch die ein weiterer Angriff erwartet wird, und wir bauen das Maschinengewehr ab.
Brügmann trägt den Lauf, ich das Stativ, ein dritter Mann die Munitionskästen, der Boden ist uneben, Geröll, das unter den Stiefeln wegbricht, und wir bewegen uns gebückt in Abständen von etwa zehn Metern zueinander, um nicht als geschlossenes Ziel für mögliche Beobachter zu dienen. Auf dem Weg passieren wir das ausgebrannte britische Fahrzeug von einem früheren Gefecht, die Reifen verbrannt, die Tür halb aufgerissen, auf der Seite ist eine taktische Markierung zu erkennen, eine Nummer und ein Symbol, das ich nicht zuordnen kann. Der Unteroffizier, der neben mir geht, sagt knapp, das sei wohl von gestern, ein anderer Abschnitt, und er treibt uns weiter, ruft meinen Namen, Schenk, nicht trödeln, und ich beschleunige den Schritt, das Stativ drückt schwer auf meine Schulter. Wenige Meter weiter liegt ein eigener halb verschütteter Lastkraftwagen im Sand, die Plane zerfetzt, eine Seite vom letzten Beschuss aufgerissen, auf der Fahrertür, kaum noch lesbar unter einer Schicht aus Staub und getrocknetem Öl, steht die aufgemalte Kennung unseres Verbandes. Das Zeichen des Schützenregiments 104, dahinter kleiner die Kennzeichnung der 21. Panzerdivision, ich habe dieses Zeichen in den letzten Wochen so oft gesehen, dass ich kaum noch hinsehe, aber in diesem Moment zwischen den beiden Wracks, eigenem und feindlichem, bleibt mein Blick kurz daran haften, bevor der Unteroffizier mich erneut zur Eile antreibt.
Wir erreichen die neue Stellung kurz vor Einbruch der Dunkelheit, sofort beginnen wir zu graben, der Boden ist hart, durchsetzt mit Stein, das Spatenblatt schlägt Funken, und nach einer Stunde ist eine flache Grabenlinie ausgehoben, kaum knietief, aber besser als nichts. Wir richten das Maschinengewehr auf die Senke aus, durch die der erwartete Angriff kommen soll, Munitionskästen werden verteilt, griffbereit alle zwei Meter entlang des Grabens, und bevor wir uns für die Nacht einrichten, kontrolliere ich noch einmal jede einzelne Patrone in meinen Taschen. Ich wische jede mit einem trockenen Lappen ab, weil verklebter Sand am Geschoss zu Ladehemmungen führen kann, die im entscheidenden Moment den Unterschied machen, und Brügmann zerlegt das Maschinengewehr ein zweites Mal an diesem Tag, vollständig, jedes Einzelteil, ölt die Schienen mit den letzten Tropfen aus der kleinen Ölflasche. Er sagt, ohne den Blick von der Arbeit zu heben, dass ein 34er ohne Pflege binnen einer Stunde im Wüstensand zu einem nutzlosen Stück Eisen wird, und das hat er mir schon einmal gesagt, aber ich widerspreche ihm nicht, weil es stimmt. Gegen Mitternacht meldet der Wachposten Bewegung am gegenüberliegenden Hang, der Unteroffizier lässt alle Mann in Stellung gehen, ich liege wieder mit dem Karabiner im Anschlag, die Augen auf die Dunkelheit gerichtet, in der sich nichts klar unterscheiden lässt, außer schwachen, sich bewegenden Schatten.
Eine Leuchtgranate wird abgeschossen, sie hängt für einige Sekunden grell über dem Gelände, und ich sehe eine kleine Gruppe, vielleicht fünf Mann, die sich vorsichtig zwischen den Felsen bewegt, ein Aufklärungstrupp, kein größerer Angriff. Der Unteroffizier befiehlt, das Feuer zu eröffnen, bevor sie näher kommen können, Brügmann feuert eine kurze Gabe, ich folge mit zwei gezielten Schüssen, die Gruppe zerstreut sich sofort, wirft sich in Deckung, erwidert das Feuer mit einzelnen Schüssen, die über unsere Köpfe pfeifen. Nach etwa fünf Minuten Feuerwechsel ziehen sie sich zurück, einer von ihnen offensichtlich verwundet, von zwei anderen gestützt, und die restliche Nacht bleibt ruhig, bis auf das gelegentliche Aufflammen von Mündungsfeuer weit im Süden, wo ein anderer Abschnitt offensichtlich unter Beschuss liegt. Ich löse Brügmann zur zweiten Wache ab, kurz nach drei Uhr, wobei die Uhrzeit auf seiner Armbanduhr nur ungefähr ablesbar ist im schwachen Licht, und ich sitze am Maschinengewehr, die Hand auf dem Griffstück, und beobachte die Senke, bis der Himmel im Osten grau wird. Mit der Dämmerung beginnt der nächste Angriff, diesmal ist es kein Aufklärungstrupp, der Wachposten am östlichen Flügel meldet eine breite Linie anrückender Infanterie, begleitet von mindestens vier gepanzerten Fahrzeugen, Typ Matilda, schwer gepanzert, mit denen unsere Karabiner praktisch nichts ausrichten können.
Der Unteroffizier ruft sofort über Funk nach Artillerieunterstützung und nach den verbliebenen Panzerbüchsentrupps, ich nehme Stellung im Graben, das Magazin geprüft, der Lauf frei von Sand, so gut es in dieser Umgebung möglich ist, und Brügmann schwenkt das Maschinengewehr auf die anrückende Linie, die jetzt auf etwa 700 Meter sichtbar wird. Eine breite Front aus Gestalten, die sich im offenen Gelände vorwärts bewegen, gedeckt durch die vier Fahrzeuge, die in unregelmäßigen Abständen Feuer auf unsere Stellung eröffnen, die ersten Granaten der Matildas schlagen etwa 50 Meter vor unserem Graben ein, der Boden bebt, Splitter fliegen über unsere Köpfe. Der Unteroffizier brüllt, Feuer erst auf 400 Meter zu eröffnen, um Munition zu sparen, ich warte, den Finger am Abzug, beobachte, wie die Linie näher kommt, Schritt für Schritt, in kurzen Sprüngen, von Deckung zu Deckung, und bei 400 Meter eröffnet die gesamte Stellung das Feuer gleichzeitig. Brügmann feuert in langen kontrollierten Stößen, ich feuere Einzelschüsse, so schnell ich nachladen kann, drei der anrückenden Gestalten fallen sofort, die übrigen werfen sich flach hin, erwidern das Feuer aus liegender Position, und die Matildas rollen weiter vor. Ihre Bordwaffen schwenken in unsere Richtung, und eine Serie von Einschlägen läuft entlang unseres Grabens, näher und näher, ein Treffer landet direkt im Nachbarabschnitt, etwa 20 Meter rechts von mir, ich höre Schreie, kann aber nicht hinsehen, weil die Linie vor mir weiter vorrückt.
Brügmanns Gewehr klemmt erneut, er reißt den Verschluss auf, fluchend, ich übernehme allein das Feuer auf die nächstehende Gruppe, die jetzt auf etwa 250 Meter herangekommen ist, und Adler und sein Panzerbüchsentrupp erreichen unsere Stellung kriechend unter dem Schutz des Grabenverlaufs. Er baut die Waffe auf einer Stützauflage auf, zielt auf das führende Fahrzeug, das jetzt auf etwa 200 Meter herangerückt ist, erster Schuss, Streifschuss an der Frontpanzerung, kein durchschlagender Effekt, zweiter Schuss, derselbe Bereich, ich sehe einen kleinen Funkenregen, aber das Fahrzeug rollt unbeeindruckt weiter. Der Unteroffizier befiehlt, geballte Ladungen vorzubereiten, mehrere Handgranaten, mit Draht um den Stiel einer mittleren Granate gebunden, eine Behelfskonstruktion, die genug Sprengkraft gegen eine Kette oder ein Laufwerk bringen kann, wenn sie nah genug platziert wird. Zwei Mann aus der Reserve kriechen aus einer rückwärtigen Deckung heran, die gebündelten Ladungen unter dem Arm, sie warten auf den Moment, in dem das führende Fahrzeug nah genug heran ist, um es ohne zu langen offenen Weg zu erreichen, und Brügmann hat sein Gewehr wieder feuerbereit, schwenkt es auf die begleitende Infanterie. Das Fahrzeug erreicht eine Entfernung von etwa 50 Metern zu unserer Linie, der Unteroffizier gibt das Zeichen, die beiden Männer brechen aus der Deckung, laufen gebückt im Zickzack, während um sie herum Maschinengewehrfeuer aus dem Turm des Fahrzeugs den Boden aufreißt, einer der beiden wird getroffen, fällt, bewegt sich nicht mehr.

Der andere erreicht die Flanke des Fahrzeugs, wirft sich neben die Kette, schiebt die gebündelte Ladung unter das Laufwerk, zieht die Reißzündschnur, wirft sich sofort zurück in eine flache Mulde, und die Detonation reißt das Fahrzeug von innen auf, eine Stichflamme schlägt aus der Luke, dichter schwarzer Rauch folgt. Die übrigen drei Fahrzeuge halten kurz an, schwenken dann seitlich ab, offenbar um die Stellung zu umgehen, anstatt weiter direkt anzugreifen, und die begleitende Infanterie, die ihre Deckung verloren hat, gerät jetzt voll in das Feuer von Brügmanns Maschinengewehr und der übrigen Stellung. Innerhalb weniger Minuten wirft sich die gesamte Linie flach in den Sand, einige robben rückwärts, andere bleiben liegen, und der Unteroffizier ruft über Funk Artillerieunterstützung an, meldet den Frontabschnitt unter der Kennung des Schützenregiments 104, gibt Koordinaten durch, die er anhand markanter Geländepunkte schätzt. Wenige Minuten später schlagen die ersten eigenen Granaten in der Senke ein, in der sich die zurückgezogene britische Gruppe neu sammelt, und ich sehe aus der Distanz, wie die Einschläge die Formation auseinanderreißen, Gestalten, die in alle Richtungen rennen oder einfach liegen bleiben. Nach diesem Artilleriefeuer zieht sich der Angriff vollständig zurück, die drei verbliebenen Fahrzeuge verschwinden hinter der nächsten Bodenwelle, die Infanterie folgt in unregelmäßigen kleinen Gruppen, und der Unteroffizier befiehlt, das Feuer einzustellen, Munition zu zählen und die eigene Lage zu melden.
Ich habe noch zwei volle Magazine, Brügmann meldet, dass der Gurt für das Maschinengewehr fast aufgebraucht ist, nur noch ein kurzer Reststreifen übrig, und wir bergen den gefallenen Mann, ziehen ihn am Gurt zurück in den Graben. Foss kommt von der Nachbarstellung, um die Verwundeten von dem Treffer rechts von uns zu versorgen, zwei Mann mit Splitterverletzungen, einer davon schwer am Bauch getroffen, Foss arbeitet schnell, ohne viele Worte, legt Verbände an, gibt Anweisungen für den Abtransport zum rückwärtigen Sammelpunkt, sobald ein Fahrzeug verfügbar ist. Der Unteroffizier geht den Graben ab, kontrolliert die Stellung, zählt die verbliebene Mannschaft, und als er an mir vorbeikommt, sagt er nur, dass wir die Position halten sollen, weitere Angriffe seien für den Nachmittag wahrscheinlich laut Funkmeldung aus dem Nachbarabschnitt. Ich nutze die kurze Pause, um das Magazin erneut zu füllen, den Lauf des Karabiners mit einem trockenen Lappen auszuwischen, so gut es geht, und einen kleinen Schluck Wasser zu trinken, das warm und nach Metall schmeckt. Brügmann nutzt die Pause, um den Munitionsgurt für das Maschinengewehr neu zusammenzustellen, Patrone für Patrone in die Glieder gedrückt, eine mühsame, langsame Arbeit, bei der man sich die Fingerkuppen aufreißt, wenn man es zu schnell macht, und er zählt halblaut mit, kommt auf 220 Schuss, die er aus drei beschädigten Restgurten zusammensetzen konnte.
Das ist wenig für den Rest des Tages, aber mehr als nichts, und ein anderer Mann aus der Reserve bringt zwei zusätzliche Munitionskästen heran, die von einem rückwärtigen Versorgungsfahrzeug abgeladen wurden, das unter Beschuss stand und seine Ladung nur teilweise an unsere Stellung verteilen konnte, bevor es sich zurückziehen musste. Gegen Mittag meldet der Beobachtungsposten erneute Bewegung, diesmal aus einer anderen Richtung von Osten, wo das Gelände leicht ansteigt und bessere Deckung für einen Angriff bietet, und der Unteroffizier verlegt einen Teil der Gruppe, um diesen Flügel zu verstärken, mich eingeschlossen. Wir wechseln die Position erneut, etwa 150 Meter, in eine flache Felsspalte, die zumindest etwas Deckung gegen direkten Beschuss bietet, und von dort aus beobachte ich, wie sich eine kleinere Gruppe britischer Infanteristen, etwa zehn Mann, durch das ansteigende Gelände nähert, offensichtlich mit dem Ziel, unsere Flanke auszukundschaften oder zu umgehen. Ich melde dies über den nächsten verfügbaren Mann an den Unteroffizier, der die Anweisung gibt, das Feuer erst zu eröffnen, wenn sie in eine bestimmte Senke eintreten, in der wir freies Schussfeld haben, und die Gruppe bewegt sich vorsichtig in kurzen Abständen, einer beobachtet jeweils, während die anderen vorrücken. Als die ersten drei die Senke erreichen, eröffne ich das Feuer, gefolgt von zwei weiteren Karabinern aus der Felsspalte, zwei der drei fallen sofort, der Dritte wirft sich zurück hinter einen Felsbrocken, und die übrigen sieben Mann suchen sofort Deckung, erwidern das Feuer mit unregelmäßigen Schüssen, die gegen die Felsen um uns herumschlagen.
Ein Feuergefecht auf kurze Distanz entwickelt sich, vielleicht 150 Meter Entfernung, bei dem beide Seiten kaum mehr tun können, als aus der Deckung kurz aufzutauchen, zu zielen und sofort wieder unterzutauchen, und nach etwa 20 Minuten dieses Wechselspiels zieht sich die britische Gruppe zurück, trägt die beiden Verwundeten oder Toten mit sich, während wir das Feuer einstellen, um die verbleibende Munition zu sparen. Der Rest des Nachmittags verläuft ohne weiteren direkten Angriff, aber mit wiederholtem, unregelmäßigem Artilleriebeschuss, der unsere Stellung in Abständen von etwa einer Stunde trifft, jeweils für zehn bis 15 Minuten, dann wieder Stille, jedesmal presse ich mich in die Felsspalte, warte die Einschläge ab, kontrolliere danach die Ausrüstung auf Schäden durch Splitter oder Sand. Während einer dieser Feuerpausen nutzt Brügmann die Zeit, um das Maschinengewehr ein weiteres Mal zu zerlegen, der Lauf ist nach den vielen Schüssen des Vormittags so heiß, dass er ihn nur mit einem Lappen um die Hand berühren kann, er prüft das Gewinde am Laufende, findet eine kleine Beschädigung, die vermutlich von einem Splitter stammt. Er entscheidet, dass der Lauf noch funktionsfähig ist, aber ausgetauscht werden muss, sobald wir an Ersatzteile herankommen, bis dahin bleibt uns nur, ihn so vorsichtig wie möglich einzusetzen und zwischen den Feuerstößen längere Pausen einzulegen, damit er nicht überhitzt und sich verzieht. Gegen 14 Uhr trifft ein weiterer Artillerieschlag unsere unmittelbare Umgebung, diesmal präziser als die vorherigen, offensichtlich von einem Beobachter geführt, der unsere Position genauer eingegrenzt hat, die Einschläge wandern in einer Linie auf uns zu, jeder etwa zehn Meter näher als der vorherige. Ich zähle die Detonationen, eins, zwei, drei, und bei der vierten presse ich mich so flach in die Felsspalte, wie es der enge Raum erlaubt, die Arme über dem Kopf verschränkt, der Druck der nahen Explosion drückt mir die Luft aus den Lungen, Geröll und Staub regnen auf meinen Rücken.
Ein größerer Stein trifft meinen Stahlhelm mit einem dumpfen Schlag, der mich für einen Moment benommen macht, und als der Beschuss endet, brauche ich mehrere Sekunden, um wieder klar zu sehen, Brügmann ruft etwas, ich kann es nicht sofort verstehen, das Pfeifen in meinen Ohren ist zu laut. Er deutet auf meine linke Schulter, an der ein Splitter die Uniform aufgerissen hat, eine flache, aber blutende Schnittwunde, die ich bis zu diesem Moment nicht einmal gespürt habe, und Foss wird gerufen, kommt gebückt herüber, untersucht die Wunde kurz, sagt, sie sei oberflächlich, legt einen Notverband an, der mit einer Sicherheitsnadel befestigt wird. Ich bleibe in Stellung, der Arm lässt sich noch bewegen, der Karabiner noch halten, und kurz nach diesem Beschuss meldet der Beobachtungsposten erneut Bewegung, diesmal eine größere Gruppe, die sich aus mehreren Richtungen gleichzeitig zu nähern scheint, offensichtlich ein koordinierter Versuch, unsere Stellung von zwei Seiten gleichzeitig anzugreifen. Der Unteroffizier teilt die verbliebene Mannschaft in zwei Gruppen, eine bleibt bei mir und Brügmann in der Felsspalte, die andere wird zur ursprünglichen Grabenstellung zurückgeschickt, um den westlichen Flügel zu sichern, und die Gruppe vor uns, 15 Mann, bewegt sich diesmal schneller, weniger vorsichtig als zuvor. Brügmann lässt sie näher kommen, bis auf etwa 300 Meter, bevor er das Feuer eröffnet, lange kontrollierte Stöße, die zwei Mann sofort zu Boden bringen, ich feuere parallel mit dem Karabiner, konzentriere mich auf einzelne Gestalten, die versuchen, seitlich auszuweichen, und die britische Gruppe reagiert mit einem schnellen Vorstoß.
Auf etwa 150 Meter werfen sich mehrere von ihnen gleichzeitig nach vorne in kurzen, schnellen Sprints von einer Deckung zur nächsten, Brügmanns Gewehr läuft heiß, er feuert trotzdem weiter, weil eine Pause jetzt bedeuten würde, dass sie die letzte offene Strecke ungehindert überqueren könnten, und auf 100 Meter erreicht die Lage einen Punkt, an dem ich aufhöre zu zählen. Ein Mann erreicht eine Felsformation, kaum 40 Meter von unserer Position entfernt, wirft eine Handgranate, die kurz vor der Felsspalte explodiert, Splitter schlagen gegen den Stein über meinem Kopf, und ich werfe meine eigene Handgranate zurück in seine ungefähre Richtung, höre die Detonation, kann aber durch den Staub nicht erkennen, ob sie getroffen hat. Brügmann schreit, dass der Gurt zu Ende geht, noch etwa 20 Schuss, er konzentriert das restliche Feuer auf die nächstehende Bedrohung, einen Mann, der versucht, sich seitlich an die Felsspalte heranzuarbeiten, die letzten Schüsse des Gurtes reißen ihn nieder, dann ist das Gewehr leer, der Verschluss klickt ins Leere. In dieser Lücke übernehme ich vollständig mit dem Karabiner, lade so schnell ich kann, fünf Schuss leer, nachladen, fünf Schuss, der Rest der britischen Gruppe, jetzt deutlich reduziert, vielleicht sechs oder sieben Mann noch beweglich, zieht sich zurück, zunächst einzeln, dann in einer geschlossenen Bewegung unter dem Schutz von zwei Männern, die Deckungsfeuer geben. Ich feuere noch zweimal in ihre allgemeine Richtung, dann befiehlt der Unteroffizier das Feuer einzustellen, weil die Gefahr eines erneuten Vorstoßes für den Moment vorüber ist und jede weitere Patrone gezählt werden muss, und in der darauffolgenden Stille höre ich mein eigenes Herz schlagen.
Brügmann legt einen neuen Gurt in das Maschinengewehr ein, die letzten 200 Schuss, die uns noch zur Verfügung stehen, und sagt, dass wir uns das gut einteilen müssen, wenn ein weiterer Angriff kommt, aber der Nachmittag bringt keinen weiteren direkten Angriff mehr, nur vereinzeltes sporadisches Artilleriefeuer. Mit Einbruch der Nacht erhalten wir den Befehl, in die ursprüngliche Stellung zurückzukehren und die Nachtwache in üblicher Rotation fortzusetzen, der Unteroffizier meldet der Kompanie die Tagesverluste, vier Tote, sechs Verwundete in unserem unmittelbaren Abschnitt, sowie den Erfolg gegen das gepanzerte Fahrzeug und die Abwehr zweier größerer Infanterieangriffe. Ich übernehme die erste Nachtwache, das Gewehr im Anschlag, die Schulter unter dem frischen Verband pochend, die Augen auf die Dunkelheit gerichtet, in der jederzeit eine neue Bewegung sichtbar werden könnte, während ich weiß, dass der nächste Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wiederholung dieses Musters bringen wird. Gegen vier Uhr morgens löst mich ein anderer Mann ab, und ich versuche, in der verbliebenen Zeit bis zur Dämmerung etwas Schlaf zu finden, zusammengerollt am Boden der Grabensohle, den Karabiner an die Brust gepresst, ich schlafe vielleicht eine Stunde, gerissen aus dem Dösen durch das ferne Grollen von Motoren. Der Unteroffizier ist bereits wach, das Fernglas an den Augen, und als ich mich neben ihn setze, sagt er nur ein Wort, Verstärkung, ohne klarzustellen, ob er die eigene oder die gegnerische meint, und mit dem ersten Licht wird die Lage deutlich, der Beobachtungsposten meldet eine zweite, deutlich größere Kolonne.
Geschätzt zwölf gepanzerte Fahrzeuge, begleitet von mehreren Kompanien Infanterie, verteilt über eine Front von vermutlich anderthalb Kilometern, und der Unteroffizier funkt sofort zur Kompanie zurück, fordert zusätzliche Panzerbüchsentrupps und wenn möglich ein eigenes Geschütz an, weil unsere bisherigen Mittel gegen eine Kraft dieser Größe nicht ausreichen werden. Ich beziehe wieder die Hauptstellung im Graben, das Magazin geprüft, eine zweite Reihe Patronen griffbereit auf dem ausgehobenen Erdwall vor mir aufgelegt, damit das Nachladen schneller geht, und Brügmann positioniert das Maschinengewehr so, dass es einen möglichst weiten seitlichen Schwenkbereich abdecken kann. Adler und sein Trupp bauen die Panzerbüchse an einer leicht erhöhten Stelle auf, von der aus sie freien Blick auf die voraussichtliche Annäherungsroute der Fahrzeuge haben, und die Kolonne bewegt sich langsam, methodisch, mit großen Abständen zwischen den einzelnen Fahrzeugen, offensichtlich, um nicht durch einen gut platzierten Treffer mehrere Ziele gleichzeitig zu verlieren. Auf etwa 900 Meter beginnt unsere eigene Artillerie, die der Unteroffizier in der Nacht angefordert hat, das Feuer auf die Kolonne, die Einschläge liegen zunächst zu kurz, etwa 100 Meter vor den führenden Fahrzeugen, dann wird die Entfernung korrigiert, und zwei der Einschläge treffen so nahe an einem der Fahrzeuge, dass es kurz von der Druckwelle zur Seite geschoben wird. Bei 600 Meter beginnt das vereinzelte Feuer der vordersten britischen Infanterie auf unsere Stellung, noch ungenau auf diese Entfernung, aber bereits hörbar als Pfeifen über unseren Köpfen, und der Unteroffizier ruft, alle Mann sollen das Feuer noch zurückhalten, bis die Fahrzeuge in den wirksamen Bereich der Panzerbüchsen kommen.
Auf 400 Meter erreicht die erste Reihe der Fahrzeuge eine flache Senke, die ihre Geschwindigkeit verringert, weil der Boden dort weicher ist und die Ketten leicht einsinken, und Adler nutzt diesen Moment, feuert auf das nächstehende Fahrzeug, zielt auf den schmalen Sehschlitz des Fahrers, eine der wenigen Stellen, an denen die Panzerung selbst dünner ist. Der Schuss trifft den Rand der Öffnung, kein sicherer Treffer, aber genug, dass das Fahrzeug abrupt die Fahrt verlangsamt und seitlich von der vorgesehenen Route abweicht, mitten in das Schussfeld der übrigen Stellung, und die übrigen Fahrzeuge der ersten Reihe reagieren, indem sie ihre Bordwaffen auf die erhöhte Position richten. Innerhalb von Sekunden schlägt eine Serie von Granaten in diesem Bereich ein, und ich verliere für einen Moment den Blick auf Adler und seinen Trupp durch die aufsteigende Staubwand, als der Staub sich teilweise legt, sehe ich, dass die Stellung getroffen wurde, zwei Männer bewegen sich nicht mehr, ein Dritter robbt rückwärts in eine tiefere Deckung. Brügmann eröffnet jetzt das Feuer auf die Infanterie, die im Schutz der vorrückenden Fahrzeuge näher kommt, lange Feuerstöße, die über die gesamte Breite unseres Schussfeldes wandern, und ich konzentriere mich auf einen Abschnitt links von ihm, feuere auf jede Gestalt, die kurz aus der Deckung auftaucht. Die Zahl der Angreifer ist diesmal so groß, dass ich nicht mehr den Eindruck habe, einzelne Männer zu bekämpfen, sondern eine sich bewegende Masse, aus der einzelne Punkte fallen, während andere weiter vorrücken, und auf etwa 250 Meter erreichen die ersten Fahrzeuge der zweiten Reihe eine Position, von der aus ihre Bordwaffen unseren Graben direkt unter Beschuss nehmen können.
Die Einschläge laufen jetzt in unmittelbarer Nähe, ich spüre die Druckwellen körperlich, ein dumpfer Stoß gegen die Brust bei jedem nahen Treffer, und der Mann rechts von mir, dessen Namen ich in der Hektik nie erfahren habe, wird von einem Splitter am Hals getroffen, fällt sofort ohne einen Laut. Der Unteroffizier ruft über den Grabenverlauf, dass wir die vordere Linie nicht halten können, wenn die Fahrzeuge so nah herankommen, und befiehlt, sich auf eine zweite, etwa 50 Meter rückwärts liegende Grabenstellung zurückz


