Die schreckliche Nacht am einsamen Autohof an der leeren Bundesstraße – ein Mann ohne Fahrzeug, der starrte, brannte und in die Dunkelheit verschwand

Die schreckliche Nacht am einsamen Autohof an der leeren Bundesstraße – ein Mann ohne Fahrzeug, der starrte, brannte und in die Dunkelheit verschwand

Die schreckliche Nacht am einsamen Autohof an der leeren Bundesstraße – ein Mann ohne Fahrzeug, der starrte, brannte und in die Dunkelheit verschwand

Vor fast zehn Jahren arbeitete ich nachts an einem Autohof an einer wenig befahrenen Bundesstraße irgendwo in Brandenburg. Es war im Grunde eine Tankstelle mit einem kleinen Laden, der speziell für LKW-Fahrer und Langstreckenreisende eingerichtet war – mit Duschen und sogar ein paar Waschmaschinen. Der Autohof lag auf halber Strecke zwischen zwei kleinen Ortschaften und war etwa vier Stunden vom nächsten größeren Ort entfernt.

An diesem Abend gegen 23 Uhr setzte ich mir die Kopfhörer auf und begann, den Bestand zu prüfen: was noch da war, was nachbestellt werden musste. Kopfhörer waren kein Problem, weil nachts kaum jemand kam. Außerdem sah man immer die Scheinwerfer der Autos oder LKWs durch die Frontscheiben, wenn jemand hereinfuhr.

Etwa dreißig Minuten später stoppte ich plötzlich und drehte mich um. Direkt hinter mir stand ein Mann. Ich war erschrocken, denn ich hatte weder Lichter draußen gesehen noch die Tür gehört. Ich nahm die Kopfhörer ab. Der Mann starrte mich mit einem leeren, hohlen Blick an und fragte nach einer Dusche. „Klar“, sagte ich. Er zahlte bar und ging nach hinten zu den Duschräumen.

Danach schaute ich nach draußen. Auf dem Parkplatz war kein einziges Fahrzeug zu sehen. Er musste doch irgendwie hergekommen sein, dachte ich, und kontrollierte nicht weiter. Was mich wirklich nicht losließ, war, dass er einfach so hinter mir gestanden hatte. Als ich mich umdrehte, war er nicht gelaufen. Er stand nur da und schaute mich an. Wie lange hatte er schon dagestanden?

Ich machte weiter Inventur, diesmal ohne Kopfhörer. Nach etwa fünfzehn Minuten hörte ich immer noch das Wasser laufen. Ich war fertig und setzte mich an die Theke. Noch einmal fünfzehn Minuten vergingen. Normalerweise blieben die Leute keine zwanzig Minuten in diesen Duschen – die waren nicht gerade einladend.

Ich ging nach hinten. Die Tür stand offen. Ich rief ein paar Mal „Hallo?“ und trat näher. Das Wasser lief noch, aber der Mann stand mitten im Raum, vollständig angezogen, und starrte in den Spiegel. „Alles in Ordnung?“ Seine Augen wanderten im Spiegel zu mir. Dann ging er wortlos an mir vorbei und aus dem Laden.

Ich drehte das Wasser ab und schaute mich um. Nichts war berührt worden. Alles lag so, wie ich es früher am Abend geputzt hatte. Draußen war der Mann bereits verschwunden. Kein Auto, kein LKW. Nur die leere Nacht.

Am nächsten Abend war es noch stiller. Gegen 2 Uhr nachts wurde mir so langweilig, dass ich Putzlappen nahm und nach draußen ging, um die Zapfsäulen abzuwischen. Das machte ich sonst nie. Draußen war es stockdunkel. Hinter dem Autohof begann sofort die flache, endlos wirkende Dunkelheit der brandenburgischen Landschaft.

Nach ein paar Minuten blickte ich zufällig zurück zum Laden. Tief hinten im Gang, hinter den Regalen, stand jemand. Es war derselbe Mann. Wieder kein Fahrzeug.

Ich ging vorsichtig hinein. Der Mann drehte sich nicht um. Er starrte nur auf die offene Duschraumtür. „Wo kommen Sie her? Was machen Sie hier?“ Ich trat neben ihn und sah sein Gesicht. Er lächelte breit und unheimlich, als hätte er etwas getan.

Dann schaute ich in den Duschraum. Auf dem Boden brannte etwas – offene Flammen, die jeden Moment übergreifen konnten. Ich rannte hinein und versuchte, das Feuer mit einem Handtuch zu ersticken. Sekunden später knallte die Tür hinter mir zu.

Ein Schock durchfuhr mich. Ich dachte, das war’s. Doch die Tür ließ sich von innen öffnen. Der Mann hielt sie nur zu. Nach wenigen Augenblicken ließ er los und rannte davon – hinaus in die Dunkelheit, bis er im schwarzen Nichts verschwand.

Ich löschte das Feuer, bevor die Polizei kam. Erst danach fiel mir auf, dass große Teile des Duschvorhangs und der Wände mit Feuerzeugbenzin getränkt waren. Es war ein Wunder, dass nichts außer Kontrolle geraten war.

Sobald die Polizei weg war, rief ich den Besitzer an und kündigte auf der Stelle. Ich würde nie wieder dorthin zurückkehren. Wäre es nur ein wenig anders gelaufen, hätte ich diese Nacht nicht überlebt.