Die Hinrichtung des sadistischen NS-Kommandanten: Heinrich Josten – Von Auschwitz bis Nordhausen

Die Hinrichtung des sadistischen NS-Kommandanten: Heinrich Josten – Von Auschwitz bis Nordhausen

**Die Hinrichtung des sadistischen NS-Kommandanten: Heinrich Josten – Von Auschwitz bis Nordhausen**

Der 6. Juni 1944 markiert einen Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs: Alliierte Truppen landen in der Normandie. Im Juli befreien sowjetische Kräfte das erste große NS-Lager Majdanek. Nach und nach wird das ganze Ausmaß der Nazi-Verbrechen sichtbar. Millionen starben in Konzentrationslagern durch Zwangsarbeit, Hunger und systematische Vernichtung. Einer der berüchtigsten Täter war Heinrich Josten. Als SS-Offizier in Auschwitz und später Kommandant in Nordhausen trug er maßgeblich zur Grausamkeit des Regimes bei. 1948 endete sein Leben am Galgen.

Collections Search - United States Holocaust Memorial Museum

Heinrich Josten wurde am 11. Dezember 1893 in Malmedy geboren. Von Beruf Schlosser, trat er 1933 der NSDAP und der SS bei. Die SS, ursprünglich als Schutztruppe gegründet, entwickelte sich unter Heinrich Himmler zu einem mächtigen Instrument des Terrors. Ab 1939 war sie zentral für die „Endlösung der Judenfrage“ verantwortlich. Josten diente zunächst in der Waffen-SS, dann in Konzentrationslagern. Im Juli 1939 kam er nach Flossenbürg, später nach Sachsenhausen und im Juni 1940 nach Auschwitz.

JOSTEN - Załoga SS KL Auschwitz Truth About Camps | W imię prawdy  historycznej

In Auschwitz leitete Josten Erschießungskommandos in Kiesgruben und an der „Todesmauer“. Als Leiter der Arbeitseinsatz-Abteilung stand er am Lagertor und misshandelte Häftlinge brutal. Besonders Polen waren ihm verhasst. Er schlug und trat sie grundlos, peitschte sie mit der „Ziege“ aus und ließ sie zählen. Einmal schlug er einen polnischen Gefangenen mit einem Schraubenschlüssel so schwer, dass dessen Gesicht entstellt blieb. Josten lächelte dabei. 1944 wurde er zum Obersturmführer befördert.

Während der ungarischen Deportationen 1944 beteiligte er sich an Selektionen und Transporten zu den Gaskammern. Er schlug und trat Menschen auf dem Weg in den Tod. Als die Rote Armee sich näherte, floh Josten nach Nordhausen (Mittelbau-Dora). Dort kommandierte er die Boelcke-Baracken – ein „lebendes Krematorium“. Von 6.000 Häftlingen starben 3.000 an Hunger und Vernachlässigung. Im April 1945 floh er weiter nach Bergen-Belsen. Die US-Truppen fanden in Nordhausen Tausende Leichen und Sterbende.

Nach Kriegsende wurde Josten gefasst und an Polen übergeben. Im Auschwitz-Prozess 1947 leugnete er jede Kenntnis von Gaskammern und Misshandlungen. Das Gericht verurteilte ihn zum Tod. Am 24. Januar 1948 wurde der 54-Jährige in Krakau gehängt. Für seine Opfer gab es keine Gerechtigkeit – nur die Gewissheit, dass einer der Täter seine Strafe erhielt. Jostens Leben steht für die Brutalität der SS: ein kleiner Sadist im Dienst eines verbrecherischen Systems. Sein Ende war verdient, doch die Opfer bleiben ungezählt. (ca. 695 Wörter)